Morbus Crohn- ich komme!
Es ist abends halb zehn und ich hocke vor meinem Rechner. Eine Seite nach der anderen durchforste ich wissbegierig nach diesen zwei Worten: Morbus Crohn.
Ich bin seit Montag aus der Reha-Klinik zurück. Was für ein Wort. Zurück… zu meinen Eltern… nach 12 Jahren „eigenem Leben“.
Zurück in die Vergangenheit?? Auf jeden Fall zurück ins Leben!
Ich sitze in meinem ehemaligen Kinderzimmer am Computer und surfe über den neu eingerichteten WLAN- Zugang im Netz. Wahllos irre ich umher und gebe die Begriffe ein, die mir so einfallen: Darmperforation, Bauchfellentzündung, Imurek, Mesalazin…, bis ich müde werde und mich erschöpft geschlagen gebe. Egal wie viel ich darüber lese, und mit wie vielen anderen ich darüber rede oder schreibe, ich hänge rein gefühlsmäßig irgendwie hinterher.
Ist der Morbus Crohn wirklich eine so schlimme Krankheit? Hätte ich besser auf mich aufpassen sollen? Was hätte ich anders machen können? Hätte ich etwas anders machen können? UND NUN??? Was bedeutet das alles? Wie soll es weitergehen?
Die Fakten allein bringen nicht wirklich die Antworten, die ich brauche! Doch was brauche ich eigentlich? Was suche ich als Antwort? Ich weiß es selber nicht. In diesem Moment begreife ich noch nicht, dass ich mich bereits auf eine Suche der besonderen Art begeben habe: die Suche nach mir selbst. Eine lange Reise steht mir bevor. Morbus Crohn- ich komme!