Ein Hoch auf die Emanzipation – gerät da nicht etwas durcheinander?
Es ist einfach grotesk und kein Mensch macht sich Gedanken darüber: Unsere heutige Zeit ist geprägt von einigen gesellschaftlichen Umwälzungsprozessen, die weitreichende Folgen für alle haben werden.
Und die Erfahrunge sagt uns: Da wo sich eine Gesellschaft im Wandel befindet, wird sich auch die Politik und Wirtschaft ändern (müssen). Alles eine Frage der Zeit. Doch vor allem das Beziehungsklima der “jungen” Leute empfinde ich als besorgniserregend, wenn auch spannend. Dabei bin ich selbst erst 34.
Sie hat mir vorgeworfen, ich klammere! Dabei haben wir eine Wochenend-Beziehung!
Frauen wollen heute andere Wege gehen, als ihre Mütter es taten. Vermutlich ist damit das alte Rollenbild komplett überholt. Wenn man nicht gerade in die abgelegensten Dörfchen schaut, wo auch die jungen Frauen ihren Männern Sonntags noch ganz spiessig den tollsten Kuchen backen, ihn bekochen, arbeiten gehen und die Wohnung so ganz nebenbei sauberhalten – ist doch ein recht einschneidender Wandel in der Frauenrolle zu beobachten.
Und das fand ich eigentlich auch immer ganz gut, denn auch ich wollte auf gar keinen Fall einen Mann wie meinen Papa. Wobei mein alter Herr auch gute Seiten hat – also bitte nicht die Offenheit verübeln. Aber die Latschen vors Sofa und möglichst noch ein Bier auf den Tisch gestellt: Na Pustekuchen! Wo kommen wir denn da hin?
Auch ich entstamme bereits der Generation der karrierefreudigen Frauen, die lieber Geld verdienen, ein paar lockere Beziehungen führen und sorglos shoppen gehen wollten. Allerdings wollten wir nur ein wenig rebellieren denke ich, wir wollte n den richtigen Traummann treffen, der sich nicht zu fein ist, den Küchenboden zu wischen, einkaufen zu fahren, Wäsche aufzuhängen, Hemden zu bügeln und kochen oder backen zu lernen.
Die Frau von heute ist rational
Doch nun tut sich ein noch ganz anderes Bild der heutigen Jugend auf. Flippige, selbstbewusste Mädchen werden zu noch selbstbewussteren Frauen und die wollen so gar keine Heimchenrolle mehr annehmen. Aber noch schlimmer! Sie wollen auch keinen emanzpierten Traummann mehr! Romantik, Fürsorge, gemeinsame Abende und liebevolles Kuscheln – das gehört nicht zu den Prioritäten einer heutigen eigenverantwortlichen Frau! Riesige, kuschlige Teddybären mit Hang zum Wunsch, eine Familie gründen zu wollen?
Du klammerst ganzschön – wurde da kürzlich einem Bekannten von mir an den Kopf geschmissen…weil er gerne ein Wochenende nur mit seiner auserkorenen autarken Prinzessin verbringenn wollte. Und ja…der hätte er die Sterne vom Himmel geholt und wahrscheinlich auch den Küchenboden gewischt.
Wäsche aufhängen kann er auch schon längst, da er schon oft auf sich gestellt war. Denn die vierte Emanzipationsprinzessin hat ihm nun diesen Spruch schon vor den Bug geknallt. Aber nicht nur diesen!
Ich will dich als guten Freund behalten!
Schmerzvoll war dieser Satz ja schon seit jeher, aber heutzutage scheint er zu stehen für: Du bist mir als Mann in der Beziehung zu weich. Ich brauche niemanden, der mich verwöhnt und mir Sterne vom Himmel holt. Mit dir will ich besser nur befreundet sein – es passt nicht mit uns! Aber was genau passt denn dann? Und wieso will keine Frau mehr Kinder bekommen?
Das ist glaube ich eine wirklich gute Frage, die sicherlich von manchen besonders schlauen Köpfen damit beantwortet wird, dass sie sagen, das ist doch viel zu individuell, als da eine pauschalisierte Antwort zu finden! Jein. Es ist eine Halbwahrheit, denn verschiedene Beziehungsmuster passen immer auf verschiedene Generationen. Jeder weiss um die “wilden 70-er” oder unsere “spiessigen” Großeltern..und so war die Nachwendezeit eher dadurch geprägt, dass sich eine Art “Bäumchen-wechsel-dich” – Mentalität zum Vorschein kam, die bis Ende der Neunziger anhielt und sich sogar noch bis ins 20.Jahrhundert durchschleppte, nicht zuletzt durch die sexuellen Freiheiten im Internet. Jeder mit jedem, überall, ohne Tabus…
Frauen von heute sind bissiger als je zuvor
Liebe Frauen, meinetwegen erschlagt mich, wenn ich euch nun öffentlich in den Rücken falle. Da ich jedoch selber mal eine von euch war, die sich lieber mit sich selbst als mit Familie oder Beziehung beschäftigte, mit ihrer Selbstverwirklichung um jeden Preis und das mit vehementem Ehrgeiz – werde ich ja nun auch mal aufschreiben dürfen, was ich in der letzten Zeit so beobachtet habe.
Junge Frauen von heute wollen zu allererst einmal beruflich vorankommen. Was ja auch toll ist, denn wir brauchen viele tüchtige Menschen in unserem Land und Frauen haben da eine ganze Menge aufzuholen. Die obersten Positionen sind nicht von Frauen besetzt und falls doch, dann für weniger Geld. Das ist natürlich ungerecht und schreit nach Reformen.
Allerdings hiess es immer, Frauen als Chef – begrab dich.
Nicht das nicht fähig wären. Das schon, Frauen sind brilliant in ihrer einzigartigen Komplexität und das meine ich ernst. Wir sind multitaskingfähig und demzufolge flexibler einzusetzen. Es gibt da jedoch ein kleines Manko, und das trifft auf Beruf genau wie auf das Privatleben zu:
Frauen sind härter als Männer und gefährlicher. Denn sie spinnen Intrigen. Jede Frau tut das, selbst die scheinheiligste unter den scheinheiligen. Es ist unsere Natur, unsere “Denke”, unsere Herangehensweise an Probleme. Es ist eine gefährliche passive Aggressivität, die so gut wie immer zum Erfolg führt. Es ist auch nie verschütt gegangen, als Frauen “nur” Hausfrau und Mutter waren.
Emotionale Härte gepaart mit einigen Ansprüchen
Ich glaube, junge Frauen von heute “rebellieren” mit ihrer Emanzipation nicht mehr gegen das alte Rollenmodell ihrer spießigen Eltern -nein, sie sind bereits emanzipiert! Sie sagen, was sie denken, verdienen ihr eigenes Geld und wollen einen Mann auf Augenhöhe. Was zählt, ist, die Freiheit zu behalten, autonom zu sein, sich auch innerhalb einer Beziehung frei fühlen zu können. Welche Rolle da nun genau der Mann spielt, ist mir selber auch noch nicht so ganz schlüssig.
Vielleicht für schöne Stunden im Bett? Solange die Dame dazu Lust hat? Es erschließt sich mir nicht.
Jedenfalls sind diese jungen, teils sehr autarken Frauen auch bissig gegenüber uns “Älteren”… ich möchte nicht wissen, wie sie dann den noch älteren Frauen begegnen. Wahrscheinlich empfinden diese den Umgang mit ihren jungen Kolleginnen, Töchtern, Freundinnen, Nachbarinnen, Schwiegertöchtern… wieder ganz anders. Vielleicht finden sie es sogar gut, wie selbstbewusst die jungen Fräuleins so durch die Welt gehen.
Wie ich die Entwicklung finden soll, weiss ich nicht. Ich fühle mich oft von den neuen, jungen Frauen bevormundet, belächelt, bemitleidet..au weia, sie hat eine Familie, dazu gehört Nähe zum Partner, etwas mehr als eine Wochenendbeziehung, das gehört viel Geduld, Verständnis und Kompromissbereitschaft…schreiende Kinder, ein Haushalt, der sich nicht von alleine macht, stinkende Socken, dreckige Waschbeckenränder…
Es klingt vielleicht etwas verrückt – aber Emanzipation hiess für mich nie, eine Frau mit männlicher Ratio zu sein, sondern in meiner Weiblichkeit mit weiblicher Urkraft akzeptiert zu werden -auf Augenhöhe mit dem Mann.
Vielleicht geht die neue Bewegung dahin, dass Frauen von heute so viel verdienen, dass eine Putzfrau (oder ein Putzmann) die Arbeit macht,und sich Frauen und Männer auf einer Augenhöhe begegnen können – beide gleich stark, oder gleich schwach…
Wer dann allerdings die Kinder großziehen soll, weiss ich noch nicht so recht. Vielleicht eine Kinderfrau, während Mama Cocktails trinken geht? ;o)
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- Sowas gibts nicht im deutschen Geschichtsunterricht…wer die “Preußen” wirklich waren…
- Freiberg- Obermarkt
Ähnliche Verhältnisse sind mir zum Teil auch aufgefallen. Nur habe ich das Gefühl, dass auf alte Werte heutzutage kein Wert mehr gelegt wird und das alle hauswirtschaftlichen Bereiche irgendwie bewusst umgangen werden. Viele junge Frauen von heute wissen teilweise gar nicht sich selber zu versorgen und laufen dabei Gefahr unselbstständig zu werden. Das heutige Weltbild einer weiblich emanzipierten Gesellschaft neigt teilweise sehr stark dazu sexistisch zu werden. Das Idealbild der Frau, so wie es fälschlicherweise dargestellt wird, ist allgegenwärtig, egal ob wir es nun auf Werbeplakaten oder in irgendwelchen Modellshows sehen. Es wird alles getan um sich diesem Idealbild anzupassen, gelingt dies nicht, verliert die junge Frau an Selbstbewusstsein und innerer Stärke. Man kann hier schon von einer rückläufigen Emanzipation sprechen. Doch sind das nur Tendenzen, die noch nicht wirklich ausgeprägt sind. Es wird sich in den nächsten Jahren zeigen, wie die Geschlechterrollen aussehen werden und ob der “jahrzehntelange Kampf” für eine ausgeglichene Rollenverteilung sich ausgezahlt hat.