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Zwei Maßnahmen gegen die Demografiefalle

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Ich bin gelernte Mediengestalterin für Bild und Ton und arbeite nebenbei in meinem kleinen Einzelunternehmen als Online-Texterin.
Es ist mir ein Muss, Bild und Sprache miteinander gefühlvoll zu verbinden, um Emotionen zu wecken und Sinne zu schärfen.
Als social publishing & authentic blogger bin ich seit 2006 im Internet unterwegs.
Mein Schwerpunkte liegen auf der Lebensart im Osten Deutschlands und dem Publizieren derselben sowie alle anderen Themen rund um die neuen Bundesländer und deutschlandweit.
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Die Bevölkerung in Ostdeutschland schrumpft schneller als im Westen und sie wird immer älter. Manche Regionen entvölkern sich. IWH-Präsident Gropp rät zur Konzentration auf die Städte und hofft auf Zuwanderung.

Ostdeutschland drohen nach Meinung des Präsidenten des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint E. Gropp, in Zukunft Betriebsschließungen wegen Fachkräftemangels. Die Probleme durch den Bevölkerungsschwund und den steigenden Anteil älterer Menschen könnten durch Zuwanderung zumindest abgefedert werden. Nach Prognosen des Statistischen Bundesamts ist im Jahr 2030 jeder dritte Ostdeutsche 65 Jahre und älter.

Gerät der Osten Deutschlands in eine Demografiefalle?

Auf jeden Fall sind die demografischen Effekte viel drastischer in Ostdeutschland als in Westdeutschland und viel gravierender auf dem Land als in der Stadt. Ich glaube, dass das die größte Herausforderung der nächsten Jahrzehnte sein wird. Die Wirtschaft leidet schon jetzt unter dem Fachkräfte- und Azubi-Mangel. In einigen ländlichen Gebieten mit starkem Bevölkerungsschwund entstehen kaum neue, produktive Unternehmen. Es wird eine Ausdünnung bei kleinen Betrieben geben, auch weil Unternehmensnachfolger fehlen. Das könnte die Land-Stadt-Wanderung noch verstärken.

Wie sollte ihrer Meinung nach auf diese Entwicklungen reagiert werden?

Ich glaube, die Politik muss irgendwann den Mut haben und sagen, dass die Infrastruktur in dünn besiedelten Gebieten nicht auf Dauer auf dem bisherigen Niveau gehalten werden kann. Es ist unheimlich teuer, Abwasserleitungen oder schnelles Internet für ganz wenige Menschen bereitzustellen. Ich weiß, dass so ein Eingeständnis schwer fällt, weil wir bisher den Anspruch auf überall gleiche Lebensbedingungen haben.

Also weg vom Land?

Ich befürchte mittelfristig schon. Man muss sich auf die Städte konzentrieren, gerade in Ostdeutschland. Sie müssen attraktiver werden für die Zielgruppe der gut ausgebildeten, möglichst kinderreichen jungen Familien. Wahrscheinlich können die nur aus dem Ausland kommen, weil es ja auch im Westen Fachkräftemangel gibt. Es verlangt von Politikern schon großen Mut, Politik für eine Gruppe zu machen, die noch gar nicht da ist und daher auch keine Stimme bei Wahlen hat.

Dann schnappt die Demografiefalle nicht zu, wenn es ausreichend Zuwanderung in Ostdeutschland gibt?

Einwanderung kann den Prozess verlangsamen und abfedern, aber die Probleme nicht vollständig lösen. Man muss dabei die Asylproblematik vollständig von der Einwanderung trennen. Es geht darum, für junge Fachleute, für High Potentials, attraktiver zu werden. Dabei muss eine Kultur geschaffen werden, die Zuwanderung zuträglich ist. Pegida sorgt für das Gegenteil. Die Verwirrung um Asylsuchende und Immigrationswillige behindert die Debatte entscheidend. Bei den einen geht es um den berechtigten Schutz vor Verfolgung in ihren Heimatländern, bei den anderen um Menschen, die sich hier dauerhaft eine Zukunft aufbauen könnten, weil sie auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden. Ein Zuwanderungsgesetz könnte da schon helfen, auch wenn es eigentlich zu spät kommt.

Aber warum sollten Migranten nach Rostock, Halle oder Erfurt gehen und nicht in die Großstädte im Westen?

Es gibt ja durchaus einige Bedingungen, die beispielsweise in Halle besser sind als in Frankfurt am Main: Man findet besser eine schöne, bezahlbare Wohnung, die Kinderbetreuungsangebote sind deutlich besser, es gibt mehr Ganztagsschulen und die Qualität der Schulen ist in einigen Fächern höher als im Westen. Das macht die ostdeutschen Städte attraktiv für gut ausgebildete Paare, von denen beide arbeiten.

Ist der starke Bevölkerungsrückgang nur ein Fluch, oder birgt er auch Chancen?

Der Osten ist in der demografischen Entwicklung dem Westen etwa zehn Jahre voraus. Ich sehe darin auch Chancen. Die Probleme sind anders als in Berlin, München oder Frankfurt schon jetzt offensichtlich. Daher könnten die neuen Bundesländer zu Vorreitern beim Entwickeln und Umsetzen von Lösungen werden. Für meinen Geschmack macht sich die Politik darüber aber noch immer viel zu wenige Gedanken. Übrigens: Der Rückgang hat ja auch positive Seiten für qualifizierte Arbeitnehmer: Die Löhne werden steigen und es gibt mehr attraktive Stellenangebote.

Quelle: dpa

 

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Ost-Unis punkten bei Abiturienten aus dem Westen

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Nach dem Abitur wechseln doppelt so viele Studienanfänger aus Westdeutschland an ostdeutsche Hochschulen wie in umgekehrter Richtung. Marco Tullner (CDU), Staatssekretär im Magdeburger Wissenschaftsministerium, wertet das als Erfolg für die länderübergreifende Medienkampagne „Studieren in Fernost“.

Halle (Saale)/MZ.

Zwei zu eins für Ostdeutschland: Für jeden ostdeutschen Abiturienten, der zum Studium in die alten Bundesländer geht, kommen zwei westdeutsche Abiturienten an die Hochschulen in den neuen Ländern. Das ist das Ergebnis der Wanderungszahlen des Statistischen Bundesamtes. Diesen Erfolg schreibt Marco Tullner (CDU), Staatssekretär im Wissenschaftsministerium Sachsen-Anhalts, dabei auch der länderübergreifenden Marketingkampagne „Studieren in Fernost“ zu. „Die Zahlen sprechen dafür, dass die Kampagne gut angelegt ist“, sagte Tullner. „Sie wurde immer belächelt, viele haben die Nase gerümpft. Aber die, die mitmachen, sind davon überzeugt und es hat eine Dynamik entfacht.“

Seit dem Start 2009 koordiniert das Magdeburger Ministerium die Initiative für die fünf ostdeutschen Bundesländer. Das Bundesbildungsministerium fördert die Initiative noch bis 2015 mit 21,9 Millionen Euro. Wie es dann weitergehe, werde derzeit beraten, erklärte Tullner.

Interesse hat sich fast verdoppelt

Bei westdeutschen jungen Menschen hat sich das Interesse für ein Studium im Osten seit 2009 von neun auf 17 Prozent fast verdoppelt. Im Vergleich zu Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen war der Zuwachs in Sachsen-Anhalt seit dem Wintersemester 2008/09 am höchsten. Woran das liege, könne man nur vermuten, sagte Tullner. Es gebe aber gute Argumente, hier zu studieren, etwa eine attraktive Hochschullandschaft „trotz der aktuellen Einsparungen“.

„Man soll so eine Kampagne aber nicht überschätzen“, betonte der Staatssekretär. Es sei sicher auch so, dass das Denken in den Kategorien Ost und West nicht mehr so ausgeprägt sei, sondern eher das Angebot den Ausschlag für die Wahl des Studienortes gebe. Zunächst müsse das gute Studienangebot im Osten bei den neuen Schülergenerationen erstmal bekanntgemacht werden.

Derzeit konzentriert sich nach den Angaben Tullners die aktuelle Phase der Kampagne darauf, zu zeigen, dass „nach dem Studium im Osten auch die Lebensperspektive attraktiv ist“. Zugleich werden einzelne Hochschulstandorte in den Fokus gerückt. „Die verfolgen völlig unterschiedliche Konzepte unter dem Dach der Kampagne“, sagte Tullner. „Das ist aber auch das, was es reizvoll macht, weil es einen breiten Spielraum an Möglichkeiten bietet.“

Dass ostdeutsche Hochschulen für junge Menschen aus den alten Bundesländern immer attraktiver werden, zeigt auch eine repräsentative Studie des Leipziger Institutes für Marktforschung. Demnach stehen 17 Prozent der westdeutschen Interessierten einem Studium an den 43 Hochschulen im Osten offen gegenüber – und damit vier Prozent mehr als im Vorjahr.

West-Anteil wächst weiter

Das zeigt sich auch in den Zahlen der einzelnen Hochschulen im Land. Von Jahr zu Jahr wächst der Anteil westdeutscher Studenten. An der Hochschule Harz ist inzwischen der Anteil der westdeutschen Studienanfänger mit 49 Prozent sogar höher als der der ostdeutschen Studienanfänger mit 47,4 Prozent. Das bestätigt sich auch für das bald beginnende Sommersemester. Laut Sprecher Andreas Schneider sind 53 Prozent der neuen Studenten aus den alten Bundesländern, allen voran aus dem benachbarten Niedersachsen. 2012/13 betrug der Anteil noch 41 Prozent. An der Martin-Luther-Universität Halle lag der Anteil der westdeutschen Studienanfänger im Wintersemester 2013/14 mit 35 Prozent so hoch wie im Vorjahr.

Als Gründe, in den Osten zu kommen, werden vor allem die Qualität der Lehre sowie die niedrigen Lebenshaltungskosten genannt. Das ist für 58 beziehungsweise 55 Prozent der Befragten entscheidend, die sich an der Studie des Leipziger Institutes beteiligt haben. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten nannten das Angebot der Studienfächer im Osten als Grund, das als „sehr attraktiv“ beziehungsweise „attraktiv“ bewertet wurde. Für die Studie waren Ende 2013 bundesweit 500 studierwillige junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren befragt worden.

Quelle: www.mz-web.de

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Kitas fehlen 120.000 Erzieherinnen

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In deutschen Kindertagesstätten gibt es laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung zu wenig Erzieherinnen und Erzieher. Für eine angemessene Betreuung müssten bundesweit 120.000 Vollzeitstellen geschaffen werden. Das würde jährlich zusätzlich fünf Milliarden Euro kosten und die Personalaufwendungen in dem Bereich um ein Drittel auf insgesamt 19 Milliarden Euro erhöhen, berechnete die Stiftung.

Zudem forderte Jörg Dräger vom Stiftungsvorstand bundesweit geltende Qualitätsstandards für Kitas. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz habe die Bundesländer gezwungen, die Quantität der Plätze zu erhöhen. Nun sollte ein Gesetz dafür sorgen, „dass auch überall die Qualität stimmt“, so Dräger.

Große Unterschiede zwischen Ost und West

Der Betreuungsschlüssel in den Ländern ist sehr unterschiedlich.

Laut der Studie gibt es in Deutschland ein starkes Ost-West-Gefälle in den Betreuungseinrichtungen. Während in den ostdeutschen Krippen, also Einrichtungen für unter Dreijährige, sich eine Erzieherin um durchschnittlich 6,3 Kinder kümmern muss, kommen im Westen 3,8 Kinder auf eine Erzieherin.

Am besten schneiden in der Studie Bremen (eins zu 3,2) und Baden-Württemberg (eins zu 3,3) ab. In Sachsen-Anhalt ist dagegen eine Erzieherin für durchschnittlich 6,7 Kinder zuständig.

Bremen mit doppeltem Spitzenplatz

Ähnlich sieht die Situation bei den über Dreijährigen aus. Statistisch liegt in dieser Altersgruppe der Personalschlüssel im Westen bei eins zu 9,1 und im Osten bei eins zu 12,7. Die besten Betreuungsverhältnisse haben erneut Bremen (eins zu 7,7) und Baden-Württemberg (eins zu acht). Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern, wo eine Erzieherin statistisch für 14,9 Kinder verantwortlich ist.

Die Stiftung hält es für angemessen, wenn bei den unter Dreijährigen eine Erzieherin für höchstens drei Kinder verantwortlich ist. Bei den über Dreijährigen sollte der Personalschlüssel demnach bei eins zu 7,5 liegen. Viele Bundesländer sind davon allerdings weit entfernt.

Die Stiftung fordert zudem, dass die Zeit für Leitungsaufgaben sowie Qualitätskriterien für Fort- und Weiterbildungen, Fachberatung sowie Mittagsverpflegung in einem Bundes-KiTa-Gesetz festgelegt werden.

Immer noch zu wenige Kita-Plätze

Seit 1. August 2013 haben Eltern von unter Dreijährigen einen Rechtsanspruch auf ein staatlich gefördertes Betreuungsangebot – entweder in einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter. Es fehlen aber trotz Zuwachses vor allem in den westdeutschen Bundesländern in den vergangenen Jahren noch Plätze. Zum 1. März 2014 stand für knapp 662.000 Kinder unter drei Jahren ein Platz zur Verfügung. Das waren 32,5 Prozent der Kleinkinder in diesem Alter. Ursprünglich sollte es bis Inkrafttreten des Rechtsanspruchs 750.000 Betreuungsangebote geben.

Quelle: Mit freundlicher Unterstützung von www.tagesschau. de

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Mitführen einer Warnweste ab heute Pflicht

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Seit heute, dem 01.07.2014 gilt auch in Deutschland eine generelle Pflicht, in jedem Kraftfahrzeug (ausgenommen Motorräder) eine Warnweste mitzuführen. Bisher galt dies infolge entsprechender berufsgenossenschaftlicher Unfallverhütungsvorschriften nur für gewerbliche Fahrzeuge.

Wortwörtlich heißt es bezüglich dieser nun generell bestehenden Warnwestenpflicht im Gesetz (§ 53a der Straßenverkehrszulassungsordnung): „In Kraftfahrzeugen mit Ausnahme von Krankenfahrstühlen, Krafträdern und einachsigen Zug- oder Arbeitsmaschinen müssen mindestens folgende Warneinrichtungen mitgeführt werden: in Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, Zug- und Sattelzugmaschinen sowie Kraftomnibussen: eine Warnweste.“

Weiterhin heißt es in dieser Bestimmung: „Warnwesten müssen der Norm DIN EN 471:2003+A1:2007, Ausgabe März 2008 oder der Norm EN ISO 20471:2013 entsprechen.“

Hierauf ist beim Kauf und der Ausstattung der Fahrzeuge mit der Weste also zu achten.

Für einen Verstoß gegen diese Mitführpflicht ist ein Bußgeld von 15 Euro vorgesehen.

Nicht gesetzlich geregelt ist, wie diese bloß eine mitzuführende Warnweste im Falle eines Falles konkret einzusetzen ist – was ist zum Beispiel, wenn eine ganze Busgesellschaft den Bus infolge eines Unfalles auf einer Autobahn verlassen muss? Insofern ist diese sicherlich durchaus sinnvolle Vorschrift meines Erachtens nicht zu Ende gedacht worden.

Im Interesse der eigenen Sicherheit und der Sicherheit aller Mitfahrer ist es jedenfalls sinnvoll, für jeden Mitfahrer jeweils eine Weste parat zu haben (für Kinder ggf. kleinere), auch wenn dies so bislang nicht zwingend vorgeschrieben ist. Und sinnvoll ist es natürlich auch, dass diese Westen dann auch griffbereit sind und nicht etwa irgendwo in den Tiefen des Kofferraums verstaut liegen.

Das Mitführen entsprechend vieler Westen ist insbesondere auch deshalb sinnvoll, weil in anderen Ländern andere Vorschriften gelten, die zum Teil vorschreiben, dass jeder Insasse beim Verlassen eines Fahrzeuges z.B. im Rahmen einer Panne eine Weste tragen muss und zum Teil recht hohe Bußgelder für Verstöße hiergegen vorgesehen sind. Hat man entsprechend viele Westen dabei, muss man sich beim länderübergreifenden Reisen hierüber keine Gedanken mehr machen.

Quelle: Mit freundlicher Unterstützung von www.anwalt.de   Rechtsanwalt Frank Manschwetus

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Rolf Jürgens/ pixelio.de

25 Jahre nach dem Reset hinkt Ostdeutschland weiter hinterher

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Bild: Rolf Jürgens  / pixelio.de

25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung, der wirtschaftlich wie gesellschaftlich einen Neustart (“Reset”) zur Folge hatte, wirken die „schwierigen Startbedingungen Ostdeutschlands noch immer nach“. Das schätzt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Arbeitsagentur in Nürnberg in einer neuen Analyse ein. Die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland sei heute etwa 1,5-mal so hoch wie im Westen, im Schnitt bekomme ein ostdeutscher Beschäftigter 20 % weniger Lohn als ein Westdeutscher. Und die wirtschaftliche Produktivität – zu DDR-Zeiten erreichte die etwa ein Drittel des bundesdeutschen Standes – habe sich bei etwa ¾ des Westniveaus eingepegelt.

Fortschritte beim Abbau der Arbeitslosigkeit, aber Stagnation bei Produktivität und Lohn

Vergleichsweise günstig habe sich dabei noch die Arbeitslosigkeit entwickelt: Die war in den 1990er Jahren noch doppelt so hoch wie im Westen. Jedoch „gleichen sich Ost und West seit der Jahrtausendwende in puncto Produktivität und Durchschnittseinkommen kaum noch an“, so die IAB-Forscher.

Zu wenig Industrie und private Forschung

Sie machen für die Stagnation vor allem die wirtschaftlichen Strukturen in großen Teilen Ostdeutschlands verantwortlich: Im Vergleich zum Westen gebe es zu wenig Industriebetriebe, zu wenig privatwirtschaftliche Forschung, kaum erfolgreiche Großunternehmen mit Hauptsitz in Ostdeutschland und „ein Defizit an wissensintensiven Unternehmensdienstleistungen“.

Ausnahmen sind nur Leuchttürme wie Jena und Dresden

Ausnehmen von dieser Einschätzung könne man nur wenige „Leuchttürme“ wie Jena oder Dresden. Dort gebe es viele „hochproduktive Betriebe, die westdeutschen Betrieben in nichts nachstehen“ und „hochrangigen Forschungseinrichtungen herausgebildet, die selbst einem internationalen Vergleich standhalten“.

Vorbild Singapur: IAB plädieren für Öffnung gen Osteuropa

Chancen, aus dem Tal der Stagnation auszubrechen, sehen die IAB-Analysten vor allem in einer „internationalen Öffnung Ostdeutschlands“: „Die schneller wachsenden Volkswirtschaften in Osteuropa bieten Entwicklungsperspektiven, die bisher zu wenig genutzt werden. Berlin könnte zur Drehscheibe für den Handel mit diesen Regionen werden und eine ähnliche Funktion einnehmen wie einst Singapur für die Märkte Südostasiens.”

Quelle: Nachrichtenportal Oiger, Heiko Weckenbrodt

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Gibt es eine ostdeutsche Mentalität?

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… Über 40 Prozent der Menschen in den neuen Bundesländern halten Wessis für arrogant, gierig und oberflächlich; 25 Prozent der Westdeutschen finden Ossis misstrauisch, unzufrieden, ängstlich. Gegenseitige Vorurteile sind demnach noch immer weit verbreitet.

Auch in der Arbeitswelt sind die Unterschiede groß. Die Führungsetagen werden überwiegend von Westdeutschen bevölkert, die ostdeutsche Mentalität vertrage sich damit kaum, meint Buchautor Hans-Joachim Maaz. Mit „Die narzisstische Gesellschaft“ hat Maaz 2012 ein Psychogramm der Bundesrepublik verfasst … Quelle: spiegel.de

Ich wollte es genau wissen und habe mich um gehört. Hier und da, überall. Denn so einfach wie da oben beschrieben, ist es nicht.

Wer sagt uns denn, was ein „Ossi“ ist und was ein „Wessi“?

Ostdeutsche sind nach der Wende vielfach abgewandert – in die alten Bundesländer, die Schweiz, Österreich, die USA oder Australien. Völkerwanderungen gab es in der (deutschen) Geschichte viele. Doch was genau macht eine Mentalität aus? Wie definiert man, wer man ist?

Überwiegt die Erziehung oder sind es die Lebenserfahrungen?

Wenn es um den Osten geht, gibt es da eine ganze Menge zu sagen. Zum Beispiel, dass sich innerhalb von ein paar Monaten alles, aber auch alles verändert hat.

Ein ganzes Leben war futsch – eine Welt brach zusammen. Eine Statistik besagt, dass es zwischen 1991 und 1993, als es um die Abwicklung der ostdeutschen Industrie ging, mehr Demonstrationen gab als 1989.

Doch davon redet niemand mehr. Denn der Osten ist sprachlos und schweigsam.

Ein Klischee, was den Ostdeutschen anhaftet, ist, dass sie frustriert und unzufrieden wären.

Ich akzeptiere nicht, dass der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Die Frustrierten dürfen nicht über Deutschlands Zukunft bestimmen“, sagte Edmund Stoiber 2005. Die wohlwollend-herablassende Fixierung auf Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West sind ebenso wie Stoibers Jammerossis gängige Erzählungen. Quelle: taz.de

Die Maßstäbe, die hier angelegt wurden, sind klar: Westdeutsche Maßstäbe

Aufgrund der politischen Ereignisse, die letztendlich die Wende herbei führten, wurde der Ostdeutsche als unmündig und politisch dumm dargestellt, nicht zuletzt durch die Medien, aber auch durch die Politik.

Doch noch viel schlimmer für die Ehre des Ostdeutschen war, als faul abgestempelt zu werden. Denn das die Wende alles mögliche brachte, nur keine utopische Sehnsucht stillte nach einem neuen, freien, demokratischen Land, wurde sehr schnell klar.

Spätestens, als die ersten Kündigungen kamen, nach teilweise mehr als zwanzig oder dreißig Jahren stabilem Arbeitsleben – da wurden auch die letzten hier bei uns wach. DAS ist es nicht, was wir wollten!

Die Arbeitslosenquote Ost ist mit 12 Prozent doppelt so hoch wie im Westen. In Ostdeutschland verdient fast jeder fünfte abhängig Beschäftigte weniger als 7,50 Euro (Westen: jeder zwölfte). Der Anteil der Personen, die in Haushalten leben, die mindestens 6 Monate Arbeitslosengeld II bezogen haben, ist in Ostdeutschland mit 20 Prozent fast doppelt so hoch wie im Westen. 40 Prozent der unter 60-Jährigen waren schon einmal von arbeitsmarkt- und einkommenspolitischen Maßnahmen betroffen. Die Wirtschaftskraft, gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, liegt bei 70 Prozent. Mit der sozialen Gerechtigkeit zufrieden sind 5 Prozent. Unzufrieden: 72 Prozent. Quelle: taz.de [2009]

Der Osten ist menschlicher – aber auch nicht immer

Die Vergangenheit jagt die Zukunft hier bei uns in Ostdeutschland. Ob man von einer ostdeutschen Mentalität sprechen kann, weiß ich nicht. Denn Mentalität ist ein weit zu umfassender Begriff.

Der Duden erklärt Mentalität als Geistes- und Gemütsart; besondere Art des Denkens und Fühlens.

Doch wie soll man beschreiben, wie „ostdeutsche Denke“ funktioniert, wenn nicht einmal definiert werden kann, wie ostdeutsch man sein muss, um als ostdeutsch erkannt zu werden?

Ostdeutsche gelten als bodenständig, sie sind fleißig und sie sind pragmatisch. Große schillernde Sprechblasen und „nix dahinter“ – das ist nichts für den Ostdeutschen. Hier muß etwas dahinter stehen, fundamentales Wissen vorhanden sein, sonst traut man sich gar nicht zu, schillernd zu sprechen.

Und selbst dann, wenn das Wissen da ist, wird es lieber gleich angewendet. Ossis besitzen Improvisationstalent und finden immer Wege, um etwas auf unkonventionelle Art in Gang zu setzen. Das ist logisch, denn Wegwerfen – das gab es früher nicht. Das ist in den Köpfen der älteren Generation drin.

Doch auch, wenn die Ostdeutschen sich gern als solidarisch und menschlich sehen – die Existenznöte seit der Wendezeit sind nicht vergessen. Diese Angst, das Dach über dem Kopf zu verlieren und mittellos zu werden, ist die größte hier. Bei hoher Arbeitslosigkeit ist jeder fest entschlossen, auf den Zug der Begünstigten aufzuspringen, in ein festes Arbeitsverhältnis zu kommen. Und nur das kleinste Anzeichen dafür, dass jemand nicht arbeitet, reicht oft aus für schiefe Blicke und Ausschluss aus der Gesellschaft.

Der Umkehrschluss: Wer es geschafft hat und sich etwas leisten kann, der ist der Beste und Stärkste, das wird honoriert. So manches Mal allerdings auch mit Häme und Neid. Aber Bewunderung schwingt immer mit.

Gibt es Unterschiede zwischen Alt und Jung?

Natürlich gibt es die. Die ältere Generation hat jedoch soziale Strukturen weiter vererbt. Wir alle haben gebildete, hochstudierte Menschen als Penner in der Gasse verkommen sehen. Viele wissen auch noch wie heute, wenn zuhause Tränen flossen, weil Mama oder Papa plötzlich ohne Arbeit waren.

Der Untergang und der Neubeginn, das sind Prägungen, die vor allem die jüngere Generation massiv miterlebt hat. Grenzenloses Freiheitsgefühl  gepaart mit der Wahrnehmung orientierungsloser Eltern, Lehrer – eines ganzen Landes.

Nein, es wird darüber nicht öffentlich diskutiert. Wir Ostdeutschen haben keine eigene Identität. Nur hinter vorgehaltener Hand wird ausgewertet, geschmunzelt und resümiert – über die Vergangenheit.

Die ältere Generation ist gelassener geworden. Sie haben alles erlebt, was man erleben kann. Und jetzt sind sie alte Hasen im Überleben. Die meisten älteren Menschen erwarten nicht mehr viel von diesem Land. Sie haben alles getan, was man tun kann: Zuerst für den neuen Arbeitgeber, später, als man das Spiel raus hatte, für sich selbst und vor allem die Kinder.

Jetzt wartet auf die meisten eine kleine Altersrente mit viel Armut drumherum. Mütter, die jahrelang gearbeitet und gleichzeitig (!) Kinder großgezogen haben, werden in der Rente massiv benachteiligt. Sie waren immer fleißig und sind trotzdem auf ewig die faulen Jammerossis. Die meisten müssen ihre Rente aufstocken lassen durch das Amt oder aber arbeiten gehen, über 67.

Wer seinen Ingenieur verpaßt hat, nach bundesdeutschem Recht anerkennen zu lassen, der bekommt keine Intelligenzrente, und wer zu DDR – Zeiten einen Beruf hatte, der keinem der heutigen Bildungsstandards entspricht, wird genauso betrogen.

Dennoch vermittelt die ältere Generation ein Bild von klugen, weisen und rechtschaffenen Leuten. Gestandenen Personen mit viel know how.

Bis heute keine guten Schauspieler

Eine aber wirklich ostdeutsche Eigenschaft ist: Wir sind, wie wir sind. Es wird nicht aufgebauscht und  groß geredet, was in Wirklichkeit gar nicht groß ist. Das ist es, was hier keiner mag. Hier wird die Kirche im Dorf gelassen. Und mit Werbung tut man sich bis heute schwer. Bescheidenheit würde ich das nennen.

Aber ansonsten ist hier jeder, entgegen sämtlicher Vorurteile, recht individuell. Denn von Masseneinreihung haben hier alle die Nase gestrichen voll. Alles, was nach sozialer Enge riecht, wird abgelehnt.

Unruhe, Getriebensein, Erschöpfung ließen die oftmals beklemmende Ruhe unter dem alten Regime in günstigerem Licht erscheinen, erklärt Wolfgang Engler… [Soziologe, Anm. von mrs-eastie] Annähernde soziale Gleichheit stattet die Menschen mit Wahrnehmungen, Urteilen und Gefühlen aus, die selbst geringfügige Unterschiede registrieren und Energien freisetzen, die auf deren Einebnung trachten. Exzentriker und Individualisten hatten einen schweren Stand, so wie jetzt der Arbeiter. Quelle: taz.de

Heute reagiert man hier allergisch auf das Einebnen. Individualität wird offensichtlich hoch geschätzt. Das ist typisch neues Ostdeutsch. Und die Generationen sind sich da einig.

 

 

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Der Ton macht immer noch die Musik? Sei nicht höflich, sei verletzend.

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Online-Texterin & Social publishing bei NCC Text & Medien
Ich bin gelernte Mediengestalterin für Bild und Ton und arbeite nebenbei in meinem kleinen Einzelunternehmen als Online-Texterin.
Es ist mir ein Muss, Bild und Sprache miteinander gefühlvoll zu verbinden, um Emotionen zu wecken und Sinne zu schärfen.
Als social publishing & authentic blogger bin ich seit 2006 im Internet unterwegs.
Mein Schwerpunkte liegen auf der Lebensart im Osten Deutschlands und dem Publizieren derselben sowie alle anderen Themen rund um die neuen Bundesländer und deutschlandweit.
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Ich beobachte mit Erschrecken, wie sehr die heutige Zeit dazu einlädt, möglichst aggressive Töne anzuschlagen, sei es im Gespräch mit Freunden oder der Umgangston im Internet.

Im Allgemeinen scheint es heutzutage irgendwie „in“ zu sein, von vornherein verbal einen minimal fühlbaren Angriff zu starten a´la „Noch bin ich lieb, aber ich bin stärker als du – sei gewarnt!“

 

Zynismus und Sarkasmus ziehen durch die Medien und ich habe den Eindruck, sogar durch mein Alltagsleben. Oberflächliche Floskeln machen sich ebenso breit wie recht ungesunde Ironie, die schon leicht überheblich wirkt und eigentlich kein Grund mehr zum Schmunzeln oder Lächeln ist.

Dabei bin ich selbst ein ironischer Mensch, jedoch vielleicht einer mit ein wenig Taktgefühl und Empathie?
Wenn wir uns unterhalten, dann sollte doch ein gewisser Respekt vor der anderen Person bestehen, denn jeder Mensch hat sein eigenes Werte- Gerüst, seine eigenen Ansichten – die nicht von vornherein abgetötet werden sollten, selbst wenn das Gegenüber verbal „schwächer“ erscheint!

In letzter Zeit weht allgemein ein kalter Wind durch die Gesellschaft. Ob es die Arbeitswelt ist oder aber die vielen Schreckensnachrichten in den Medien, die privaten Probleme, Geldnot, Existenzängste … ja vielleicht spiegelt sich alles das im Zusammenleben wider, möglicherweise sind die Komiker im TV mit ihren abgedroschenen, zynischen Sprüchen ein Indiz dafür, wie ängstlich unsere Gesellschaft in Wahrheit ist. Quasi Angstbeißer.

Das beste Beispiel dafür ist Dieter Bohlen, für mich der Inbegriff tollwütiger Beleidigungen und Verletzungen – und er ist für mich tatsächlich ein Komiker, ich finde ihn nur nicht zum Lachen komisch. Aber schon recht merkwürdig. Als ich noch Kind war, da hat er gesungen, als hätte ihm jemand in die E*** gelatscht und außerdem dachten alle, er sei schwul.

Ganz im Ernst. Er hat es sicher weit gebracht, aber er hat auch mal klein angefangen und kam aus der Provinz.

Genau so ein Exemplar ist Stefan Raab, in den Neunzigern ein absoluter Hit, auch ich fand es total toll, wie er sich über die ganzen „doofen“ Leute lustig machte. Es war wahrscheinlich eine Art Trotzreaktion auf „unsere“ doch noch recht autoritäre Erziehung und wir rebellierten so gegen alte Rentner, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun hatten, als über zerrissene Jeanshosen, bunte Haare oder Piercings zu tuscheln.

Aber das, was jetzt passiert, ist etwas ganz Anderes.  Anfeindungen sind an der Tagesordnung. Beleidigungen schon fast ein Muss, um zu bestehen. Wie eine Art Rangordnung, wo beim ersten Zusammentreffen klargestellt wird, wer in Zukunft das „Sagen“ haben wird.

Worte können sehr verletzend sein, sie dringen tief in die Seele und das Unterbewusstsein ein und lassen sich nicht ohne Weiteres wieder in positive Sichtweisen umwandeln. So wie ein Lob oder Kompliment uns aufbaut, so tut ein verletzendes Wort weh und raubt uns Kraft.

Und ganz ehrlich – es tut auch einem Dieter Bohlen oder Stefan Raab weh. (Weil es menschlich ist!) Aber sie machen ihren Job und zu diesem Job gehört es, mit Beleidigungen Geld zu verdienen. Wie es privat mit ihnen steht, weiß ja kein Mensch, vielleicht kuscheln sie auch abends mit ihrem Lieblingsteddy oder rufen Mama an, um sich trösten zu lassen. Oder aber sie sind im Privaten bereits die Person geworden, die sie auch in den Medien verkörpern. Dann haben sie sich selber schon längst verloren und wissen gar nicht mehr, wer sie sind. Was im übrigen ja auf viele Menschen zutrifft, die in der Öffentlichkeit stehen. Aber das ist ein anderes Thema.

Höflich zu sein, ist keine Schande, respektvoll mit anderen umzugehen, auch nicht. Indem über etwas vernünftig geredet wird, lassen sich Lösungen finden – wenn die denn überhaupt gefunden werden sollen.

Manchmal habe ich den Eindruck, es soll eigentlich nur noch dem Frust Platz gemacht werden, der sich innerlich aufbaut, aber wirklich konstruktive Kritik kennen wir doch schon gar nicht mehr. Am besten dem anderen irgend eine Phrase an den Kopf werfen und dann kann derjenige zusehen, wie er damit fertig wird.

Ist ja schließlich sein Problem. Entweder er geht daran kaputt oder er lernt eben, sich damit umzugehen.

Zum Beispiel, indem die Verletzungen einfach heruntergeschluckt werden und sich dann innere Wut, Verzweiflung, Stress oder Angst aufbauen. Gefühle, die im übrigen auch ein Ventil brauchen.

Medien haben übrigens einen riesigen Anteil daran, was wir unserer nächsten Generation an Kommunikationsarten weiter vermitteln. Es sind nicht nur die Eltern, die Einfluss auf ihre Kinder haben. Es ist auch eine gesellschaftliche Verantwortung dahinter, wie jeder Einzelne mit dem anderen umgeht. Und dazu gehören auch die Medien, wie Radio, Fernsehen und Internet.

Es gibt sogar Mediengesetze, in denen festgelegt wurde, welche Art von Kommunikation NICHT geeignet ist, auch visuell. Allerdings wird auch hier mittlerweile eine harte Schiene gefahren, die Kamera auf Leid und Elend richtig „draufgehalten“ – Mord und Totschlag fokussiert.

Ich will hier nicht den Eindruck erwecken, eine Schönmalerin zu sein. Im Gegenteil. Was hat mich die Heuchelei der letzten Generation genervt. Es war manchmal kaum zu ertragen, wie die älteren Leute sich ihre heile Welt zusammenschusterten und nichts anderes hören wollten. Diskutieren war nicht möglich – im Osten übrigens noch weniger als im Westen.

Als unbequeme Zeitgenossin habe ich immer zu den diskutierfreudigsten gezählt, und das tue ich auch heute noch. Mit dem Strom schwimmen? Ein No Go!

Und es gab sicher Tausend andere, die Protest geschoben haben gegen diese heile Welt der Eltern oder Großeltern.

Doch, das was jetzt hier durch unseren Sprachgebrauch zieht, ist mehr als ein wenig Protest gegen irgendwen.

Vielleicht hat sich dieser „Kommunikationsstil“ ja daraus entwickelt – verbunden mit dem grenzenlosen Freiheitsgefühl der Nachwendezeit, dem Amerikanismus, der vor allem im Musikbereich rüberschwappt, und den Sorgen, die die Deutschen so mit sich tragen.

Oder ist das vielleicht gar kein interkulturelles Problem?

In Deutschland jedenfalls scheint es nach der Devise zu gehen: Geh´gleich zum Angriff über.

Sollte dir die Kreativität für verbale Verletzungen fehlen, schau Dieter Bohlen!

Bring´das auch deinen Kindern bei, sie brauchen keine Wärme, keine mitfühlenden Worte, kein Lob und keine Komplimente. Trainiere sie auf Schlagfertigkeit und bissige Ironie und zeige ihnen, wie sie sich einen dicken Schutzpanzer gegen Verwundungen der Seele zulegen.

Gleiches gilt für dich, falls du zu den Weicheiern zählst, die andere nicht nur ausreden lassen, sondern auch bei irgendwelchen dummfrechen Kommentaren total sprachlos dastehen und nicht wissen, was sie antworten sollen.

Besuch´noch heute einen Kurs, der sich mit NLP oder Selbstbewusstseinstraining beschäftigt, dich verbal fit macht und dich gegen Mobbing schützt – und um Himmelswillen – tu endlich etwas gegen deine Depressionen.

 

Sei nicht höflich, sei verletzend. (Vorsicht, bissige Ironie!!)

 

Ich wünsche euch was!

 

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Was ist (s)elektiver Mutismus?

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Die Bezeichnung ‚elektiver‘ (oder selektiver) Mutismus beschreibt das Verhalten eines Kindes, das fähig ist zu sprechen, aber bestimmten Personengruppen gegenüber oder in spezifischen Situationen stumm bleibt. Mutismus wird meist erst dann auffällig, wenn das Kind in die Schule kommt.

Die Indikatoren für elektiven Mutismus sind folgende:

  • Das Kind kann sprechen und hat keine signifikanten Sprach- bzw. Artikulationsfehler.
  • Es besteht eine Sprechhemmung an bestimmten Orten (z.B. Schule) und an anderen Orten nicht (z.B. zu Hause).
  • Das Kind hat Probleme, Freundschaften aufzubauen.
  • Das Verhalten besteht länger als 2 Monate.
  • Lernfortschritte in der Schule fallen oft schwer.

Diese Richtlinien sollen Schulen helfen, mit mutistischen Kindern richtig umzugehen und sinnvolle Hilfe zu leisten.

Elektiver Mutismus – Diese Fakten sind bekannt

Elektiver Mutismus ist ein schwerwiegendes Problem, und es gibt eine Menge Theorien, wodurch er entsteht. Wichtig sind folgende Punkte:

  • Mutismus ist selten, maximal 1% aller Kinder sind betroffen.
  • Es gibt mehr mutistische Mädchen als Jungen.
  • Bei länger andauerndem Mutismus besteht ein großes Frustrations- und auch Aggressionspotential bei Lehrern und Eltern. Sie wissen schlichtweg nicht, was sie tun sollen.

Ein Kind zum sprechen zu zwingen, ist absolut kontraproduktiv, es verstärkt den Mutismus eher noch. Ein Anschieben der Motivation und sukzessives Heranführen an das Sprechen ist dagegen durchaus erfolgversprechend, allerdings braucht es hierfür eine mutismusspezifische Behandlung. Ab dem Jugendalter kann eine deutliche Verschlimmerung eintreten mit einer Einbettung des Schweigens in eine ausgeprägte Sozialphobie und/oder Depression. Deshalb sollte eine Therapie im Kindesalter zielführend und erfolgreich sein, ehe die Störung chronifiziert.

  • Behandlungen und Therapien für das Kind scheinen am Besten zu helfen, wenn sie an Orten stattfinden, an denen das Kind die größten Hemmungen hat zu sprechen.
  • Die Behandlung erfordert Geduld und Zeit. Die Teilnahme der Eltern an der Therapie und die Umsetzung von therapeutischen Maßnahmen im häuslichen Umfeld der Familie unterstützt den Behandlungsverlauf essentiell.

In der Schule

Das mutistische Kind kommt jeden Tag in der Schule unvermeidlich mit vielen schwierigen Alltagssituationen oder ihm unbekannten Erwachsenen in Berührung. Deshalb ist es wichtig, dass die Schule dem Kind hilft, damit fertig zu werden.

  • Stellen Sie sicher, dass alle Erwachsenen, die mit dem Kind Umgang haben (Lehrer, Hausmeister etc.), über die Schwierigkeiten des Kindes Bescheid wissen.
  • Weisen Sie diesen Personenkreis an, das Kind nicht zum Sprechen zu zwingen.
  • Diese Personen sollten das Kind loben und belohnen, wenn sie es, in welcher Situation auch immer, sprechen hören.
  • Stellen Sie sicher, dass das Kind nicht abgesondert oder isoliert wird.

Was kann die Schule tun?

Die Schule kann viele Beiträge dazu leisten, das der elektive Mutismus eines Kindes überwunden wird.

Dem Kind seine Ängste nehmen:

  • Das Kind nicht zwingen zu sprechen.
  • Das Kind im normalen Klassenverband belassen.
  • Dem Kind Tätigkeiten anbieten, die nicht primär mit lautem Sprechen zu tun haben (z.B. Schreiben, Lesen, Malen, Spielen), damit das Kind sich gleichwertig fühlt.
  • Das Kind ermuntern, mit anderen Kindern zu spielen.

Dem Kind helfen, auf andere Weise zu kommunizieren:

  • Geben sie dem Kind Gelegenheit, auf andere Art zu kommunizieren (Symbole, Karten, Gesten).
  • Erlauben sie dem Kind, wenn vorhanden, den Computer zu benutzen, um sich mitzuteilen.
  • Fördern sie die Arbeit in kleinen Gruppen.
  • Stellen sie sicher, dass das Kind bei Gruppenspielen und Arbeiten nicht ausgeschlossen wird.

Helfen sie dem Kind, sein Sozialverhalten zu verbessern:

  • Setzen sie es in der Klasse zu den Kindern, mit denen es auch außerhalb der Schule öfter zusammen ist.
  • Belassen sie das Kind immer in der gleichen Arbeitsgruppe im Unterricht.
  • Stellen sie sicher, dass bei Gruppenarbeiten die Kinder nur durch Zusammenarbeit das vorgegebene Ziel erreichen können.
  • Erfragen sie bei den Eltern die Lieblingssituationen oder Lieblingsaktivitäten des Kindes und versuchen sie diese auch in der Schule zu ermöglichen.

Helfen sie dem Kind öfter zu sprechen:

  • Planen sie ein Verhaltensprogramm, und machen sie lieber viele kleine Schritte, statt einen großen Schritt. Wann immer das Kind Laute von sich gibt, loben sie es.
  • Stellen sie sicher, das das Lob mit den Lauten oder Worten, die das Kind gerade von sich gegeben hat, zu tun haben (z.B. wenn es Schokolade sagt, dann geben sie ihm ein Stück).
  • Stellen sie konkrete Belohnungen in Aussicht, oder schreiben sie eine ‚Belohnungsliste‘, von der dann auch die Eltern Gebrauch machen können.
  • Schrauben sie die Anwendung von Belohnungen herunter, je mehr das Kind freiwillig spricht.

Ein Programm zur Intervention planen

Das Behandlungsprogramm für jedes Kind muss individuell auf dieses Kind zugeschnitten sein, dabei sollte der Schulpsychologe hinzugezogen werden.

  • Ziehen sie, bei Bedarf, Menschen hinzu, mit denen das Kind normalerweise spricht.
  • Gezielte Behandlungen sollten in der Schule stattfinden.
  • Behandlungsprogramme sollten in kleinen Räumlichkeiten in Anwesenheit von dem Kind vertrauten Personen begonnen werden. Belohnungen und Lob sollten ein integraler Bestandteil der Behandlung sein.
  • Binden sie das Kind in die Planung ein, zum Beispiel indem es die Belohnungen aussuchen darf. Das kann auch zu Hause zusammen mit den Eltern geschehen.
  • Die Behandlungsphasen sollten nicht zu lang (15 – 30 Minuten pro Tag) aber sehr regelmäßig sein. Wenn Fortschritte sichtbar (hörbar) werden, binden sie neue Personen ein, aber sehr vorsichtig.

Bleiben sie geduldig und vor allem ruhig.

Zum Schluss

Ein mutistisches Kind stellt eine große Herausforderung dar, aber mit sorgfältiger Planung und genügend Zeit kann diese Herausforderung gemeistert werden. Das Kind sollte immer als vollwertiges Klassenmitglied behandelt werden und an allen Aktivitäten, ob innerschulisch oder außerschulisch, teilnehmen dürfen.

Eltern brauchen Hilfe und Durchhaltevermögen in der Phase der Therapie. Die Schule kann im Zusammenwirken mit den Eltern und anderen professionellen Hilfen von außen den entscheidenden Durchbruch bringen.

Quelle: Mit freundlicher Unterstützung von http://www.mutismus.de
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Der Robin Hood des Erzgebirges – Karl Stülpner

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Der Wilddieb Karl Stülpner wird oft als “Robin Hood des Erzgebirges” bezeichnet, denn es gibt eine Vielzahl von Erzählungen, in denen er den Unterdrückten half und bei seinen Streifzügen Gesetzesbrechern wie Räubern und Dieben das Handwerk legte.

 

Überlieferungen zufolge fand er in sächsischen und böhmischen Wäldern viele Anhänger unter der Bevölkerung.

 

Er hat viel von der Welt gesehen, von Ungarn bis Frankreich, von Berlin und Bayern bis in die Schweiz und Tirol, denn so eigenartig sein Leben war, geprägt von Flucht und Wanderschaft, so aufregend war es wahrscheinlich auch. Doch dazu nachher mehr.

Karl Stülpner kam eigentlich unter dem Namen Carl Heinrich Stilpner am 30.September 1762 als Sohn eines Müllergesellen in Scharfenstein bei Chemnitz auf die Welt.

 

Er wuchs unter den Ärmsten der Armen auf; überliefert ist, dass sein Vater 1769 des Diebstahls angeklagt war, weil er Leinöl gestohlen hatte und Leinöl verwendeten damals nur die ganz ganz armen Leute.

 

Man muss wissen, dass zu dieser Zeit im Erzgebirge eine fürchterliche Hungersnot ausgebrochen war und in jener schweren Zeit starb Karls Vater, so dass er sich an dessen Stelle um die Familie kümmern musste.

 

10-jährig, klaute er mit seiner Mutter und seinem Schwager Getreide, damit die Familie nicht elende verhungerte.

1772 hielt er sich beim Förster Müller in Ehrenfriedersdorf auf, der ihm die waidmännischen Grundlagen beibrachte und jagte anschließend in den Wäldern um Marienberg, um den Hunger zu stillen. Das war jedoch strengstens verboten und wurde hart bestraft. In dieser Zeit wurde der Karl jedoch nie beim Wildern erwischt, wenn man den Überlieferungen glaubt.

 

1778 trat er freiwillig in den Kriegsdienst ein, als Landsknecht nahm er am bayrischen Erbfolgekrieg teil und bekam während dieser Zeit die Erlaubnis, in den Pachtwäldern der Truppeneinheit auf die Jagd zu gehen und das Regiment zu versorgen.

 

Doch er hielt sich nicht an die Jagdgrenzen und wilderte auch in anderen Jagdgebieten, was ihm 1784 eine Versetzung nach Zschopau bescherte.

 

Dort wurde er wieder erwischt, wie er ohne Berechtigung Wild schoß – dieses Mal von einem Forstbediensteten namens Ziegler ,den er daraufhin jedoch kräftig verprügelte.

Ziegler zeigte Karl dann wegen Körperverletzung an ( allerdings nicht wegen des Wilderns) und

zur Bestrafung musste Karl zur Regimentschaft nach Chemnitz. Dort flüchtet er während einem Marsches in die böhmischen Berge. Es wird angenommen, dass er Sympathisanten unter den Soldaten hatte, die ihm bei der Flucht halfen.Immerhin war er als Jagdschütze nicht gerade unbeliebt gewesen.

 

So begab sich unser Robin Hood des Erzgebirges auf lange Wanderschaft: Über Böhmen, Ungarn, Österreich, Schweiz, Baden und Hessen gelangte er schlussendlich nach Hannover, wo er Dragoner wurde, dann jedoch wieder einmal flüchtete.

 

Während dieser Flucht verkaufte er seine einzige Habe: ein Pferd und seine Ausrüstung und kehrte in seine Heimat, das Erzgebirge, zurück, wo er Anführer einer Gruppe von Wildschützen wurde und mit ihr durch die großen Reviere des sächsischen und böhmischen Erzgebirges streifte.

 

Man erzählte sich, wie er gegen Diebe und Räuber einschritt, anmaßende Forstbeamte bestrafte und den Unterdrückten und Hilfesuchenden zur Seite stand. Natürlich wurde er abermals beim Wildern erwischt wird und musste wieder einmal fliehen, dieses Mal nach Bayern.

 

Doch bei dieser Flucht wurde er von preußischen Werbern aufgegriffen und ins Regiment „Prinz Heinrich“ aus Spandau gebracht. Auf Seiten Preußens kämpfte er dann im sogenannten Ersten Koalitionskrieg, wurde aber nach einer schweren Verwundung abermals abtrünnig und floh in seine Heimat- das Erzgebirge.

 

In Scharffenstein führte er dann in den folgenden Jahren wieder ein Leben als Wildschütz.

Das Vorgehen gegen die Feinde des Volkes machte ihn zum Volkshelden – zog aber andererseits wieder eine Verfolgungsjagd nach sich. Nur durch den Beistand seiner zahlreichen Anhänger war eine solch langwährende und erfolgreiche Jagd ohne Berechtigung möglich.


In dieser Zeit, nämlich am 12./13. Oktober 1795 fand eine brutale Hausdurchsuchung bei seiner Mutter statt, um Karl festzunehmen. Dabei wurde seine Mutter, nun schon 77 Jahre alt, schwer misshandelt, weshalb Karl alleine die Burg Scharfenstein belagerte und die Soldaten, Forstbeamten und Gerichtsdiener, die zusammengezogen wurden, um ihn zu ergreifen, festhielt.
Am 16. Dezember 1795 wurde Stülpner letztendlich als vogelfrei erklärt und ein Kopfgeld von 50 Talern auf ihn ausgesetzt. Das brachte jedoch nicht viel, denn es verriet ihn niemand.

 

Karl genoss hohes Ansehen bei der einfachen Bevölkerung. Er versorgte die armen Menschen mit Wild oder half den Bauern, dass Wild von deren Feldern zu vertreiben. Denn es zerstörte ihnen Feld und Ernte und es zu bejagen war verboten. Karl Stülpner kümmerte das wenig und die Bauern dankten es ihm- mit Kost und Logie, oder einem Versteck vor den Suchtrupps, die man jedes Mal losschickte, wenn Stülpner gesichtet wurde.


Irgendwann in seinen wilden Jahren lernte er Johanne Christian Wolf, die Tochter des Scharfensteiner Ortsrichters, kennen, sie war 15 Jahre jünger als er und konnte sich lange Zeit nicht zu ihm bekennen.

Als sie sich dann nach 3 unehelichen Kindern (von denen 2 vor bzw. kurz nach der Geburt starben) doch öffentlich zu einer Beziehung mit ihm bekannte, schloß sie die Mutter kurz vor ihrem Tod aus dem Testament aus.

Stülpner sah ein, dass er endlich Geld verdienen und sich um seine Familie kümmern muss. Wahrscheinlich nur deshalb bat er um Straferlass und kehrte, als ihm diese gewährt wurde, im Jahre 1800 zu seinem Regiment nach Chemnitz zurück.

 

1806 nahm Stülpner an der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt als Scharfschütze teil, wurde aber auf dem Heimweg ins Erzgebirge gefangen genommen. Zusammen mit einer Handvoll Kameraden gelang ihm dennoch die Flucht zurück in die Heimat, bevor er 1807 zusammen mit Johanne Christiane nach Böhmen floh. Dort betrieb er dann ein kleines Gasthaus.

 

1813, nach der Völkerschlacht bei Leipzig, gab es in Sachsen Generalpardon, sodass Karl Stülpner nicht mehr als Deserteur angesehen wurde. So konnte er mit seiner Familie nach Scharfenstein zurückkehren, wo er plündernden Soldaten, die das Erzgebirge noch unsicher machten, Einhalt gebot und so wiederum als Volksheld galt.


Um 1819/20 kehrte Stülpner dann mit Johanne Christiane doch nach Böhmen zurück, wo sie noch im selben Jahr starb. Drei Jahre später heiratete er erneut. Er war mittlerweile 61, die neue Frau 31 Jahre alt.

Schon 1828 verließ er sie wieder und kehrte, am grauen Star erkrankt, in seine Heimat zurück. Er zog ganz verarmt, fast blind und halb lahm durchs Erzgebirge und gab seine Streiche und Abenteuer zum Besten. Dafür bekam er hier und da eine Mahlzeit, ein paar Almosen oder ein Nachtlager geschenkt.

 

Einen Beruf hatte er ja nie erlernt und einer geregelten Arbeit ist er auch so gut wie nie nachgegangen. Man kann sogar davon ausgehen, das er Analphabet war, denn es existieren noch Urkunden, in denen er mit drei Kreuzen unterschrieben hat.


1831 nahm sich jemand seiner an und erstattete ihm das Geld für eine Augenoperation, die in Mittweida durchgeführt wurde.Doch die Sehkraft konnte nur auf einem Auge wiederhergestellt werden.


Irgendwann traf der Karl dann auf Carl Heinrich Wilhelm Schönberg, dem er aus seinem Leben erzählte und der eine Biografie über Stülpner verfasste.

Es ist zwar nicht die erste, aber die einzige an der Karl Stülpner selbst mitarbeitet hatte und an deren Einnahmen er beteiligt war.

Diese erschien im Jahre 1835 und Karl fuhr mit seinen 72 Jahren, mit einem Sack voll Bücher nach Leipzig. um sie dort, hausierend, zu verkaufen.

 

Er hätte sich somit noch einen schönen Zuverdienst sichern können. Allerdings kam es anders: Seine Bücher wurden als aufrührerisch und staatsgefährdend eingestuft, konfisziert und verboten. Karl wurde verhaftet und nach Scharfenstein abgeschoben, wo er seine Zeit wieder damit verbrachte, von Ortschaft zu Ortschaft zu ziehen, seine Geschichten zu erzählen und vom Mitleid der Leute zu leben.

Im Jahre 1839 wurde der Robin Hood des Erzgebirges völlig entkräftet auf einer Landstraße aufgefunden und zurück ins heimatliche Scharfenstein gebracht. Dort beschäftigte sich der gerade neu eingesetzte Gemeinderat in seiner ersten Sitzung am 7. Oktober 1839 einzig und allein mit der Versorgung und Unterbringung Karl Stülpners. Man beschloss, ihn im Haus einer Witwe unterzubringen, die dafür wöchentlich 8 Groschen bekam.

Karl erhielt wöchentlich 6 Groschen aus der Armenkasse. Doch schon am 20. Oktober tagte der Rat erneut. Die Witwe weigerte sich, den Karl Stülpner weiter bei sich zu behalten und so wurde beschlossen, dass er alle acht Tage von Haus zu Haus geschickt wird und ihn die Leute für acht Tage bei sich aufnehmen müssen. Nach einem halben Jahr rappelte sich Karl aber noch mal auf

Er zog wiederum fast ein Jahr lang im Erzgebirge umher und gab seine Abenteuer zum Besten, bevor er abermals krank nach Scharfenstein gebracht wird.

Hier starb er dann am 24. September 1841, eine Woche vor seinem 79. Geburtstag, an Entkräftung.

Karl Stülpners Grab in Großolbersdorf ist bis heute zu besichtigen und es liegen stets frische Blumen vor Ort – so wie es sich für einen Volkshelden aus dem Erzgebirge gehört.

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Schlafstörungen bei Schichtarbeit

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In Deutschland leisten Millionen von Menschen Schichtarbeit. Die Notwendigkeit, am Tag zu schlafen und in der Nacht zu arbeiten, stellt die Betroffenen vor zahlreiche Probleme. Durch Beachtung einiger Grundregeln lässt sich Schichtarbeit nicht nur erträglicher, sondern auch sicherer gestalten.

Bei Schichtarbeitern treten gewöhnlich zwei unterschiedliche schlafbezogene Probleme auf: die Schwierigkeit, am Tage zu schlafen und die Schwierigkeit, sich nachts wachzuhalten. Es wurde nachgewiesen, dass Schichtarbeit erhebliche Probleme im sozialen und familiären Umfeld sowie eine insgesamt höhere Krankheitsanfälligkeit verursachen kann. Schichtarbeiter, die nachts (gewöhnlich zwischen 23 und 7 Uhr) oder in Wechselschicht arbeiten, sind hiervon in besonderem Maße betroffen.

Der biologische zirkadiane Rhythmus des Menschen legt den Zyklus von Schlafen und Wachen fest. Bei gutem Gesundheitszustand findet der Schlaf von Erwachsenen in einer bestimmten Phase des zirkadianen Rhythmus statt. Dieser Zusammenhang ist bei Nachtschichtarbeitern gestört, die den Schlaf am Tag herbeizwingen müssen, obwohl der Körper auf Wachsein eingestellt ist.

In der Wissenschaft wird die Anpassungsdauer an ständig wechselnde Schichten unterschiedlich eingeschätzt. Manche Forscher gehen von 3 Jahren aus, andere glauben, dass sich der Körper nie vollkommen an unregelmäßige Schlaf-/Wachzeiten gewöhnen kann.

Nachtarbeiter leiden unter permanentem Schlafentzug. Im Vergleich zur durchschnittlichen Schlafdauer von Menschen, die tagsüber arbeiten, ist ihr Schlafzyklus um 2 bis 4 Stunden verkürzt. Der Schlaf am Tage ist störanfälliger, wird häufiger unterbrochen und erreicht zudem nicht die Tiefe des Nachtschlafs. Schichtarbeiter leiden gelegentlich unter hohem Schlafmangel und haben massive Ein- und Durchschlafschwierigkeiten.

Durch Schichtarbeit verursachte Schlafprobleme gestalten sich besonders kompliziert, wenn Schlafstörungen wie z. B. Narkolepsie und Schlafapnoe hinzukommen oder sich die Betroffenen aufgrund von Zeitmangel keinen ausreichenden Schlaf gönnen. Bei Verdacht auf Schlafstörungen sollte grundsätzlich ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Zirkadiane Rhythmusstörungen und ihre Folgeerscheinungen

Da zwischen 2 und 5 Uhr morgens die größte Müdigkeit eintritt, wird die Leistungsfähigkeit von Schichtarbeitern selbst nach jahrelanger Nachtarbeit erheblich beeinträchtigt. Zahlreiche Studien belegen, dass sich Müdigkeit negativ auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, Motorik und Stimmung auswirken.

Müdigkeit und unzureichender Schlaf von Nachtarbeitern stellen sich immer wieder als mitverursachende Faktoren bei Unfällen heraus. Auch bei dem Reaktorunfall des Atomkraftwerkes “Three Mile Island” in Harrisburg, USA, und der Schiffshavarie der “Exxon Valdez” vor der Küste Alaskas haben diese Faktoren eine Rolle gespielt. Bei etwa 24% der Unfälle im Straßenverkehr sind Schläfrigkeit als Ursache angegeben. Die Kosten, die der Gesellschaft durch schlafbezogene Unfälle enstehen, sind enorm.

Schichtarbeiter werden zudem mit erheblichen sozialen Problemen konfrontiert, da sie zu Zeiten arbeiten, wenn andere schlafen, und umgekehrt zu Zeiten schlafen, wenn andere arbeiten oder Freizeit haben.

Viele Nachtarbeiter klagen, dass ihnen die Zeit für Famile und Freunde, Verabredungen und alltägliche Besorgungen fehlt. Da sich das öffentliche und gesellschaftliche Leben am Rhythmus der Tagesarbeit orientiert, fühlen sie sich oft ausgeschlossen und frustriert. Darunter leidet die Lebensqualität erheblich.

Behandlungsstrategien

Die Behandlungsstrategie hängt entscheidend von der Tätigkeit der Betroffenen ab. Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitsabläufe und Anforderungen werden beispielsweise Beschäftigten im Krankenhaus andere Verhaltensmaßnahmen empfohlen als Arbeitern am Fließband. Es gibt Menschen, die sich generell besser an Schichtarbeit anpassen. Sogennante Abendtypen können sich leichter an die Nachtschicht gewöhnen als Morgentypen. Älteren Menschen fällt dagegen Nacht- und Schichtarbeit allgemein sehr schwer.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Schichtarbeit erträglicher zu gestalten. Der Erfolg hängt in erster Linie von der einzelnen Person und den jeweiligen Arbeitsbedingungen ab.

Arbeitszeitpläne
Vorteilhaft sind Arbeitszeitpläne, die den Arbeitnehmern bestimmte Pflichtzeiten vorschreiben, in denen sie wach sein und arbeiten müssen, während sie außerhalb dieser Pflichtzeiten in Rufbereitschaft schlafen dürfen. Die Nutzungsmöglichkeit flexibler Schichtpläne hängt in hohem Maße von der betrieblichen Eigenart der Unternehmen und der zu verrichtenden Tätigkeit ab.

Günstig sind Schichtpläne, bei denen der Übergang zwischen den Schichten – in Anpassung an den zirkadianen Rhythmus – bewusst im Uhrzeigersinn verläuft. Der Wechsel erfolgt im Idealfall von der Tag- über die Abend- zur Nachtschicht. Umgekehrt orientierte Schichtpläne verstärken eher Schlafstörungen.

In verschiedenen Studien wurde nachgewiesen, dass die Berücksichtigung zirkadianer Faktoren bei der Planung von Arbeitszeiten zu Produktivitätssteigerung, höherer Zufriedenheit der Mitarbeiter und Senkung der Unfallgefahr beiträgt.

Es gibt kein Patentrezept für ideale Schichtpläne, vielmehr müssen in jedem Einzelfall die jeweiligen betrieblichen Anforderungen mit gesundheitlichen Aspekten abgeglichen und optimal aufeinander abgestimmt werden.

Mit gezielten Pausenprogrammen lassen sich Müdigkeitserscheinungen vermeiden oder zumindest reduzieren. Nachweislich wirken sich bereits kurze Pausen positiv auf die Konzentrationsfähigkeit und somit auf die Arbeitseffektivität aus. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht stellen sinnvoll abgestimmte Arbeitszeitpläne ein wichtiges Mittel zur Steigerung der Produktivität dar und sorgen für eine höhere Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

Feste Schlaf-/Wachzeiten
Nachtschichtarbeiter sollten immer – auch an arbeitsfreien Tagen – zu festen Zeiten schlafen gehen. Wird an freien Tagen der Schlaf vom Tag auf die Nacht verschoben, fällt anschließend die Umgewöhnung an den Arbeitstagen sehr schwer.

Wechselschichtarbeiter können sich die Anpassung an die neue Schicht wesentlich erleichtern, indem sie in den letzten Tagen der jeweiligen Schicht ihre Schlaf-/Wachzeiten um 1 bis zwei Stunden nach vorne verschieben. Auf diese Weise kann sich der Körper auf den veränderten Rhythmus der Nachtschicht allmählich einstellen. Allerdings lässt die familiäre oder soziale Situation solche Zeitverschiebungen nicht immer zu. Zum Erfolg führt diese Technik übrigens nur, wenn die durch die Schichten vorgegebenen Schlaf-/Wachzeiten auch an arbeitsfreien Tagen konsequent eingehalten werden.

Noch schwieriger als für Nacht- und Wechselschichtarbeiter ist die Situation für Arbeiter in Rufbereitschaft, da sie keine Vorkehrungen zur Anpassung an bestimmte Schlaf-/Wachzeiten treffen können. Für sie ist es besonders wichtig, stets ausgeruht zu sein. Kurze Nickerchen können hilfreich sein, wenn sich ein unregelmäßiger Schlaf-/Wachrhythmus aus beruflichen Gründen nicht vermeiden lässt.

Obwohl der Schlaf an einem Stück nachweislich gesünder ist als der Schlaf in verschiedenen Etappen, können Schichtarbeiter, die am Tage keinen ausreichenden Schlaf finden, mit kurzen Nickerchen unzureichende Schlafzeiten ausgleichen und so die für einen erholsamen Schlaf erforderliche Gesamtzeit erlangen. Kurze Nickerchen zwischendurch können die Leistungsfähigkeit steigern, die bei unregelmäßigen Schlaf-/Wachzeiten oftmals herabgesetzt ist. Während der Schicht ist es aber nicht unproblematisch, einen kurzen Schlaf zu halten, da die Leistungsfähigkeit direkt nach dem Aufwachen beeinträchtigt ist. Im allgemeinen stellt sich 15 Minuten bis 1 Stunde nach dem Aufwachen eine Trägheit ein, die dem körperlichen Bedürfnis entspringt, im Ruhezustand zu verbleiben. Dies muss berücksichtigt werden, vor allem wenn die Art der Tätigkeit es erfordert, bei Alarm sofort zu reagieren.

Kurze Nickerchen außerhalb der Arbeitszeiten können dazu beitragen, den zeitlich zu geringen Schlaf am Tage von Schichtarbeitern ausgleichen, wenn sie unter Berücksichtigung des zirkadianen Rhythmus zur richtigen Zeit stattfinden. Obwohl kurzzeitiger Schlaf zwischendurch regelmäßige Schlafenszeiten nicht ersetzen kann, stellt er doch ein hilfreiches Mittel dar, Schlafdefizite zu kompensieren und zumindest vorübergehend die Wachsamkeit zu erhöhen.

Verschreibungspflichtige Schlafmittel
Schichtarbeiter benutzen oft Hypnotika (Schlafmittel), wie z. B. Benzodiazepine, um zu Zeiten Schlaf zu finden, die dem zirkadianen Rhythmus zuwiderlaufen. Beim Gebrauch von Schlafmitteln müssen unerwünschte Nebenwirkungen berücksichtigt werden. Schlafmittel sollten nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da ihre Wirksamkeit im Laufe der Zeit abnimmt und die Gefahr körperlicher Abhängigkeit zu groß ist. Hinzu kommt, dass Schlafmittel zwar den Schlaf am Tage unterstützen, die erforderliche Wachsamkeit und Leistungsfähigkeit während der folgenden Nachtschicht aber nur unwesentlich steigern. Obwohl Schlaftabletten kurzfristig Erleichterung verschaffen und zusammen mit anderen Maßnahmen durchaus nützlich sein können, beseitigen sie doch nicht die Ursache für die typischen Schlafprobleme von Schichtarbeitern, da Schlaftabletten nun mal nicht die innere Uhr ersetzen können.

Wenn Sie glauben, dass Ihnen hin und wieder eine Schlaftablette weiterhilft, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt. Rezeptfrei erhältliche Medikamente sind nicht zu empfehlen, da sie eine über Stunden nach dem Schlaf anhaltende Schläfrigkeit bewirken können und damit zur Gefahr am Arbeitsplatz werden. Bei der Wahl der Medikamente ist zu beachten, dass viele Schlafmittel über 8 Stunden hinaus eine Wirksamkeit haben.

Stimulantien
Studienergebnisse zeigen, dass der gelegentliche Gebrauch von Stimulantien, wie z. B. Koffein, die Müdigkeit mindern und die Wachsamkeit während der Nachtschicht steigern kann. Allerdings sollte man 4 Stunden vor dem Schlafengehen keine koffeinhaltigen Getränke mehr zu sich nehmen, da Koffein Ein- und Durchschlafschwierigkeiten verursachen kann. In der Folge wäre dann der Schlaf nicht erholsam.

Melatonin
Melatonin, das im Gehirn gebildet wird, unterliegt ebenfalls einem zirkadianen Rhythmus, der unseren Schlaf-/Wachzyklus beeinflusst. Melatonin ist ein Stoffwechselprodukt, das von der Zirbeldrüse nachts im Gehirn erzeugt wird. Die neueste Forschung beschäftigt sich mit der Wirkung von synthetisch erzeugtem Melatonin, das Nachtschichtarbeiter morgens zur Steuerung des zirkadianen Rhythmus einnehmen, so dass sie tagsüber schlafen und nachts arbeiten können. Nicht bei allen Menschen zeigt die Einnahme von Melatonin eine Wirkung. Nebenwirkungen des synthetischen Melatonins sind bisher nicht bekannt. Es handelt sich aber um einen Botenstoff, dessen zusätzliche Einnahme vielleicht Wirkungen hat, die erst später auftreten. Deshalb ist Melatonin in Deutschland nicht erhältlich. In den USA kann Melatonin rezeptfrei in Drogerien erworben werden.

Lichttherapie
Kürzlich wurde in verschiedenen Studien nachgewiesen, dass gezielte Lichtanwendungen die Anpassung an einen veränderten Schlafzyklus unterstützen.

Wie bei der Wirkung des Tageslichts auf die innere Uhr, kann künstliches Licht die Phasenlage verschiedener Körperfunktionen beeinflussen. Mit Lichtanwendungen kann der Schlaf-/Wachrhythmus so umgestellt werden, dass Nachtschichtarbeiter am Tage schlafen können und nachts für die Arbeit wach sind. Im Fachhandel sind verschiedene Geräte erhältlich, die sich als Lichtquelle eignen. Die Lichtquellen müssen eine hohe Intensität haben, um zu wirken.

Spezialisierte Schlafmediziner erstellen genaue Zeitpläne für die Lichtanwendung. Nachtschichtarbeiter können übrigens nach der Arbeit auf dem Heimweg eine Sonnenbrille tragen, um die Wirkung des Tageslichts auf die biologische Uhr des Körpers zu verringern.

Schlafhygiene
Schichtarbeiter profitieren in besonderem Maße von den Regeln der Schlafhygiene. Nach diesen Regeln sind im Bett nur Schlafen und Sex erlaubt. Im Bett sollte man also nicht fernsehen oder arbeiten. Die Raumtemperatur sollte niedrig und der Raum dunkel gehalten werden (praktisch sind dunkle Vorhänge oder Augenbinden). Vor dem Schlafengehen sollte man sich entspannen und kleine Schlafrituale zur Förderung der Schlafbereitschaft ausüben, wie z. B. Zähneputzen und Umziehen innerhalb eines festen Ablaufschemas. Zur Unterstützung des Schlafs eignet sich für Schichtarbeiter auch das sogenannte “Weiße Rauschen”. So können z. B. Ventilatorgeräusche oder auf hohe Frequenzen gestellte Radios störende Außengeräusche überdecken. Ebenso hilfreich kann es sein, das Telefon abzuschalten, die Klingel abzustellen oder ein Schild mit dem Hinweis “Bitte nicht stören” anzubringen. Eine gute Schlafhygiene hat keine Risiken oder Nebenwirkungen, nützt der Erholungsfunktion des Schlafes und steigert dadurch die Lebensqualität.

Bedingungen am Arbeitsplatz Der Grad der Wachheit wird bei Schichtarbeitern von verschiedenen Faktoren bestimmt. Dabei spielen Lichtverhältnisse und Raumtemperaturen am Arbeitsplatz eine wichtige Rolle, aber auch das Maß an Selbständigkeit bei der zu verrichtenden Arbeit. Niedrige Temperaturen sind grundsätzlich besser als zu hohe. Durch helle Räume lässt sich die Wachheit steigern. Arbeitgeber sollten dafür sorgen, dass Nachtschichtarbeiter ein ausreichendes Angebot an koffeinhaltigen Getränken und gesunden Mahlzeiten – statt ungesunder Snacks aus dem Automaten – erhalten.

Andere Maßnahmen
Eine gesunde Ernährung wirkt sich postiv auf den Schlaf aus. Schichtarbeiter sollten Mahlzeiten mit hohem Anteil an Eiweiß und Kohlehydraten zu sich nehmen sowie auf schwer verdauliches Essen und gebratene Speisen verzichten. Schichtarbeiter (ebenso wie alle anderen Menschen) sollten nicht hungrig ins Bett gehen, andererseits aber auch keine umfangreichen Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen einnehmen. Sowohl Hunger als auch ein überfüllter Magen verschlechtern den Schlaf. Sie führen zu Ein- und Durchschlafstörungen und damit zu nicht-erholsamem Schlaf. Dies beeinträchtigt die Lebensqualität.

Quellenangabe www.charite.de
Der Text wurde aus dem Amerikanischen übersetzt und unter Berücksichtigung der schlafmedizinischen Praxis in Deutschland redaktionell überarbeitet. Die Originalvorlage entstammt der Broschüre:
“Coping with Shift Work”. American Sleep Disorders Association Rochester, MN, USA, Copyright 1997.

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