MDR Aktuell: "Im Westen kann man sich gar nicht vorstellen, was für eine Genugtuung das ist" – Leipzigs OB Jung zum RB-Aufstieg: http://www.mdr.de/nachrichten/vermischtes/audio-64108.html …

"Im Westen kann man sich gar nicht vorstellen, was für eine Genugtuung das ist" - Leipzigs OB Jung zum RB-Aufstieg: http://www.mdr.de/nachrichten/vermischtes/audio-64108.html 

MDR SACHSEN: Lage bei Protesten in der #Lausitz weiter angespannt; Greenpeace-Bus an der Abreise behindert. http://www.mdr.de/sachsen/bautzen/protest-braunkohle-lausitz-102.html … #endegelaende

Lage bei Protesten in der weiter angespannt; Greenpeace-Bus an der Abreise behindert. http://www.mdr.de/sachsen/bautzen/protest-braunkohle-lausitz-102.html 

Ost-Unis punkten bei Abiturienten aus dem Westen

Nach dem Abitur wechseln doppelt so viele Studienanfänger aus Westdeutschland an ostdeutsche Hochschulen wie in umgekehrter Richtung. Marco Tullner (CDU), Staatssekretär im Magdeburger Wissenschaftsministerium, wertet das als Erfolg für die länderübergreifende Medienkampagne „Studieren in Fernost“.

Halle (Saale)/MZ.

Zwei zu eins für Ostdeutschland: Für jeden ostdeutschen Abiturienten, der zum Studium in die alten Bundesländer geht, kommen zwei westdeutsche Abiturienten an die Hochschulen in den neuen Ländern. Das ist das Ergebnis der Wanderungszahlen des Statistischen Bundesamtes. Diesen Erfolg schreibt Marco Tullner (CDU), Staatssekretär im Wissenschaftsministerium Sachsen-Anhalts, dabei auch der länderübergreifenden Marketingkampagne „Studieren in Fernost“ zu. „Die Zahlen sprechen dafür, dass die Kampagne gut angelegt ist“, sagte Tullner. „Sie wurde immer belächelt, viele haben die Nase gerümpft. Aber die, die mitmachen, sind davon überzeugt und es hat eine Dynamik entfacht.“

Seit dem Start 2009 koordiniert das Magdeburger Ministerium die Initiative für die fünf ostdeutschen Bundesländer. Das Bundesbildungsministerium fördert die Initiative noch bis 2015 mit 21,9 Millionen Euro. Wie es dann weitergehe, werde derzeit beraten, erklärte Tullner.

Interesse hat sich fast verdoppelt

Bei westdeutschen jungen Menschen hat sich das Interesse für ein Studium im Osten seit 2009 von neun auf 17 Prozent fast verdoppelt. Im Vergleich zu Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen war der Zuwachs in Sachsen-Anhalt seit dem Wintersemester 2008/09 am höchsten. Woran das liege, könne man nur vermuten, sagte Tullner. Es gebe aber gute Argumente, hier zu studieren, etwa eine attraktive Hochschullandschaft „trotz der aktuellen Einsparungen“.

„Man soll so eine Kampagne aber nicht überschätzen“, betonte der Staatssekretär. Es sei sicher auch so, dass das Denken in den Kategorien Ost und West nicht mehr so ausgeprägt sei, sondern eher das Angebot den Ausschlag für die Wahl des Studienortes gebe. Zunächst müsse das gute Studienangebot im Osten bei den neuen Schülergenerationen erstmal bekanntgemacht werden.

Derzeit konzentriert sich nach den Angaben Tullners die aktuelle Phase der Kampagne darauf, zu zeigen, dass „nach dem Studium im Osten auch die Lebensperspektive attraktiv ist“. Zugleich werden einzelne Hochschulstandorte in den Fokus gerückt. „Die verfolgen völlig unterschiedliche Konzepte unter dem Dach der Kampagne“, sagte Tullner. „Das ist aber auch das, was es reizvoll macht, weil es einen breiten Spielraum an Möglichkeiten bietet.“

Dass ostdeutsche Hochschulen für junge Menschen aus den alten Bundesländern immer attraktiver werden, zeigt auch eine repräsentative Studie des Leipziger Institutes für Marktforschung. Demnach stehen 17 Prozent der westdeutschen Interessierten einem Studium an den 43 Hochschulen im Osten offen gegenüber – und damit vier Prozent mehr als im Vorjahr.

West-Anteil wächst weiter

Das zeigt sich auch in den Zahlen der einzelnen Hochschulen im Land. Von Jahr zu Jahr wächst der Anteil westdeutscher Studenten. An der Hochschule Harz ist inzwischen der Anteil der westdeutschen Studienanfänger mit 49 Prozent sogar höher als der der ostdeutschen Studienanfänger mit 47,4 Prozent. Das bestätigt sich auch für das bald beginnende Sommersemester. Laut Sprecher Andreas Schneider sind 53 Prozent der neuen Studenten aus den alten Bundesländern, allen voran aus dem benachbarten Niedersachsen. 2012/13 betrug der Anteil noch 41 Prozent. An der Martin-Luther-Universität Halle lag der Anteil der westdeutschen Studienanfänger im Wintersemester 2013/14 mit 35 Prozent so hoch wie im Vorjahr.

Als Gründe, in den Osten zu kommen, werden vor allem die Qualität der Lehre sowie die niedrigen Lebenshaltungskosten genannt. Das ist für 58 beziehungsweise 55 Prozent der Befragten entscheidend, die sich an der Studie des Leipziger Institutes beteiligt haben. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten nannten das Angebot der Studienfächer im Osten als Grund, das als „sehr attraktiv“ beziehungsweise „attraktiv“ bewertet wurde. Für die Studie waren Ende 2013 bundesweit 500 studierwillige junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren befragt worden.

Quelle: www.mz-web.de

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Zwei Maßnahmen gegen die Demografiefalle

Die Bevölkerung in Ostdeutschland schrumpft schneller als im Westen und sie wird immer älter. Manche Regionen entvölkern sich. IWH-Präsident Gropp rät zur Konzentration auf die Städte und hofft auf Zuwanderung.

Ostdeutschland drohen nach Meinung des Präsidenten des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint E. Gropp, in Zukunft Betriebsschließungen wegen Fachkräftemangels. Die Probleme durch den Bevölkerungsschwund und den steigenden Anteil älterer Menschen könnten durch Zuwanderung zumindest abgefedert werden. Nach Prognosen des Statistischen Bundesamts ist im Jahr 2030 jeder dritte Ostdeutsche 65 Jahre und älter.

Gerät der Osten Deutschlands in eine Demografiefalle?

Auf jeden Fall sind die demografischen Effekte viel drastischer in Ostdeutschland als in Westdeutschland und viel gravierender auf dem Land als in der Stadt. Ich glaube, dass das die größte Herausforderung der nächsten Jahrzehnte sein wird. Die Wirtschaft leidet schon jetzt unter dem Fachkräfte- und Azubi-Mangel. In einigen ländlichen Gebieten mit starkem Bevölkerungsschwund entstehen kaum neue, produktive Unternehmen. Es wird eine Ausdünnung bei kleinen Betrieben geben, auch weil Unternehmensnachfolger fehlen. Das könnte die Land-Stadt-Wanderung noch verstärken.

Wie sollte ihrer Meinung nach auf diese Entwicklungen reagiert werden?

Ich glaube, die Politik muss irgendwann den Mut haben und sagen, dass die Infrastruktur in dünn besiedelten Gebieten nicht auf Dauer auf dem bisherigen Niveau gehalten werden kann. Es ist unheimlich teuer, Abwasserleitungen oder schnelles Internet für ganz wenige Menschen bereitzustellen. Ich weiß, dass so ein Eingeständnis schwer fällt, weil wir bisher den Anspruch auf überall gleiche Lebensbedingungen haben.

Also weg vom Land?

Ich befürchte mittelfristig schon. Man muss sich auf die Städte konzentrieren, gerade in Ostdeutschland. Sie müssen attraktiver werden für die Zielgruppe der gut ausgebildeten, möglichst kinderreichen jungen Familien. Wahrscheinlich können die nur aus dem Ausland kommen, weil es ja auch im Westen Fachkräftemangel gibt. Es verlangt von Politikern schon großen Mut, Politik für eine Gruppe zu machen, die noch gar nicht da ist und daher auch keine Stimme bei Wahlen hat.

Dann schnappt die Demografiefalle nicht zu, wenn es ausreichend Zuwanderung in Ostdeutschland gibt?

Einwanderung kann den Prozess verlangsamen und abfedern, aber die Probleme nicht vollständig lösen. Man muss dabei die Asylproblematik vollständig von der Einwanderung trennen. Es geht darum, für junge Fachleute, für High Potentials, attraktiver zu werden. Dabei muss eine Kultur geschaffen werden, die Zuwanderung zuträglich ist. Pegida sorgt für das Gegenteil. Die Verwirrung um Asylsuchende und Immigrationswillige behindert die Debatte entscheidend. Bei den einen geht es um den berechtigten Schutz vor Verfolgung in ihren Heimatländern, bei den anderen um Menschen, die sich hier dauerhaft eine Zukunft aufbauen könnten, weil sie auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden. Ein Zuwanderungsgesetz könnte da schon helfen, auch wenn es eigentlich zu spät kommt.

Aber warum sollten Migranten nach Rostock, Halle oder Erfurt gehen und nicht in die Großstädte im Westen?

Es gibt ja durchaus einige Bedingungen, die beispielsweise in Halle besser sind als in Frankfurt am Main: Man findet besser eine schöne, bezahlbare Wohnung, die Kinderbetreuungsangebote sind deutlich besser, es gibt mehr Ganztagsschulen und die Qualität der Schulen ist in einigen Fächern höher als im Westen. Das macht die ostdeutschen Städte attraktiv für gut ausgebildete Paare, von denen beide arbeiten.

Ist der starke Bevölkerungsrückgang nur ein Fluch, oder birgt er auch Chancen?

Der Osten ist in der demografischen Entwicklung dem Westen etwa zehn Jahre voraus. Ich sehe darin auch Chancen. Die Probleme sind anders als in Berlin, München oder Frankfurt schon jetzt offensichtlich. Daher könnten die neuen Bundesländer zu Vorreitern beim Entwickeln und Umsetzen von Lösungen werden. Für meinen Geschmack macht sich die Politik darüber aber noch immer viel zu wenige Gedanken. Übrigens: Der Rückgang hat ja auch positive Seiten für qualifizierte Arbeitnehmer: Die Löhne werden steigen und es gibt mehr attraktive Stellenangebote.

Quelle: dpa

 

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Ich habe gelernt. Gedankliches Jogging.

Ich habe gelernt

Ich habe gelernt, dass du niemanden dazu bringen kannst, dich zu lieben. Alles was du tun kannst, ist, jemand zu sein, den man lieben kann. Der Rest liegt an den anderen.

Ich habe gelernt, egal wie viel ich mich kümmere, manche Menschen kümmert es nicht.

Ich habe gelernt, dass es Jahre braucht Vertrauen aufzubauen, aber nur Sekunden, um es zu zerstören.

Ich habe gelernt, dass im Leben nicht zählt, was du hast, sondern wen du hast.

Ich habe gelernt, das du dich nicht mit dem Besten, das andere geben können vergleichen solltest, sondern mit dem Besten das du geben kannst.

Ich habe gelernt, dass es nicht wichtig ist, was Leuten passiert, sondern was sie daraus machen.

Ich habe gelernt, dass du impulsiv etwas tun kannst, was dir für den Rest deines Lebens Kopfschmerzen bereitet.

Ich habe gelernt, dass egal wie dünn du etwas schneidest, es immer zwei Seiten gibt.

Ich habe gelernt, dass es lange dauert, die Person zu werden, die ich wirklich sein möchte.

Ich habe gelernt, dass es oft einfacher ist zu reagieren als zu denken.

Ich habe gelernt, dass du immer jemanden mit lieben Worten verlassen solltest. Es könnte das letzte mal sein, das du ihn siehst.

Ich habe gelernt, dass du noch lange weitermachen kannst, nachdem du dachtest du kannst nicht mehr.

Ich habe gelernt, dass wir verantwortlich sind für das was wir tun, egal wie wir uns fühlen.

Ich habe gelernt, dass entweder du deine Haltung steuerst oder sie dich steuert.

Ich habe gelernt, dass ungeachtet dessen, wie heiß und feurig deine Beziehung anfangs ist, die Leidenschaft verblasst und besser etwas anderes diesen Platz einnimmt.

Ich habe gelernt, dass Helden Menschen sind die das tun, was getan werden muss, wenn es notwendig ist, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen.

Ich habe gelernt, dass es Übung braucht Verzeihen zu erlernen.

Ich habe gelernt, dass es Menschen gibt, die dich aufrichtig lieben, aber nicht wissen, wie sie es zeigen sollen.

Ich habe gelernt, dass Geld ein lausiger Weg ist Anerkennung zu bekommen.

Ich habe gelernt, das mein Freund und ich alles oder nichts tun können und dabei eine tolle Zeit haben.

Ich habe gelernt, dass manchmal die Leute, von denen du erwartest, einen Tritt zu bekommen, wenn du ganz unten bist, diejenigen sind, die dir beim Aufstehen helfen.

Ich habe gelernt, dass ich manchmal, wenn ich wütend bin, das Recht habe wütend zu sein, aber nicht das Recht, grausam zu sein.

Ich habe gelernt, dass wahre Freundschaft selbst über große Entfernungen hinweg Bestand hat. Dasselbe gilt für wahre Liebe.

Ich habe gelernt, dass, nur weil jemand dich nicht auf die Art und Weise liebt, die du dir wünschst, das nicht heißt, dass er es nicht mit allem tut was er hat.

Ich habe gelernt, dass Reife mehr damit zu tun hat, was für Erfahrungen du gemacht hast und was du daraus gelernt hast, als damit, wie viel Geburtstage du schon gefeiert hast.

Ich habe gelernt, dass du niemals einem Kind sagen solltest, seine Träume sind unglaubwürdig und befremdlich. Es gibt nur wenige Dinge, die demütigender sind und was wäre es schon für eine Tragödie, sie es glauben zu lassen.

Ich habe gelernt, dass eine Familie nicht immer für dich da ist. Es hört sich seltsam an, aber Menschen mit denen du nicht verwandt bist, können sich genauso um dich sorgen, dich lieben und dir das Vertrauen an die Menschen zurückgeben.

Ich habe gelernt, dass egal wie gut ein Freund ist, er dich von Zeit zu Zeit verletzt und du ihm verzeihen musst.

Ich habe gelernt, dass es nicht immer reicht, wenn andere dir verzeihen. Manchmal musst du lernen, dir selber zu verzeihen.

Ich habe gelernt, dass egal wie sehr dein Herz gebrochen ist, die Welt sich wegen deines Kummers nicht aufhört zu drehen.

Ich habe gelernt, dass unser Hintergrund und gewisse Umstände uns beeinflusst haben können, wer wir sind, aber wir sind letztendlich dafür verantwortlich, wer wir werden.

Ich habe gelernt, dass ich manchmal, wenn zwei Freunde streiten, gezwungen bin, eine Seite zu wählen, selbst wenn ich es nicht will

Ich habe gelernt, dass, wenn zwei Menschen sich streiten, das nicht bedeutet, dass sie sich nicht lieben. Und nur weil sie sich nicht streiten bedeutet es nicht, dass sie es tun.

Ich habe gelernt, dass du manchmal eine Person und deren Handlungen trennen musst.

Ich habe gelernt, dass wir Freunde nicht ändern müssen, wenn wir verstehen, dass Freunde sich ändern.

Ich habe gelernt, dass du nicht eifrig versuchen solltest, ein Geheimnis herauszufinden. Es könnte dein Leben für immer verändern.

Ich habe gelernt, dass zwei Leute, die genau die gleiche Sache betrachten, etwas total Unterschiedliches sehen können.

Ich habe gelernt, dass es viele Wege gibt, sich zu verlieben und verliebt zu bleiben.

Ich habe gelernt, dass diejenigen, die ungeachtet der Konsequenzen aufrichtig mit sich selber sind, im Leben weiterkommen.

Ich habe gelernt, dass egal wie viel Freunde du hast, bist du ihre Stütze, wirst du dich einsam und verloren fühlen in den Zeiten, in denen du sie am meisten brauchst.

Ich habe gelernt, dass dein Leben in wenigen Augenblicken von Menschen geändert werden kann, die dich noch nicht einmal kennen.

Ich habe gelernt, dass, selbst wenn du denkst, du hast nichts mehr zu geben, du die Kraft finden wirst zu helfen, wenn ein Freund nach dir ruft.

Ich habe gelernt, dass Schreiben sowie Reden emotionalen Schmerz erleichtern können.

Ich habe gelernt, dass das Paradigma, das wir leben, nicht alles ist, was uns angeboten wird.

Ich habe gelernt, dass Diplome an der Wand aus dir noch keinen anständigen Menschen machen.

Ich habe gelernt, dass Menschen, die dir viel im Leben bedeuten, dir oft viel zu früh genommen werden.

Ich habe gelernt, dass, obgleich das Wort Liebe viele unterschiedliche Bedeutungen hat, es an Wert verliert, wenn es übermäßig benutzt wird.

Ich habe gelernt, dass es schwierig ist, eine Grenze zu ziehen zwischen der Rücksichtnahme auf die Gefühle anderer und zu dem zu stehen, an das du glaubst.

Ich wünsche euch ein bisschen Zeit, um über euch und euer Leben nachzudenken. Manchmal ist es ganz gut, sich den Spiegel vorzuhalten und im „Selbst“ zu ruhen, anstatt sich immer am „Außen“, an anderen zu orientieren. Es gibt nichts und niemanden, der perfekt ist.

Eine schöne Woche wünscht euch

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Mitführen einer Warnweste ab heute Pflicht

Seit heute, dem 01.07.2014 gilt auch in Deutschland eine generelle Pflicht, in jedem Kraftfahrzeug (ausgenommen Motorräder) eine Warnweste mitzuführen. Bisher galt dies infolge entsprechender berufsgenossenschaftlicher Unfallverhütungsvorschriften nur für gewerbliche Fahrzeuge.

Wortwörtlich heißt es bezüglich dieser nun generell bestehenden Warnwestenpflicht im Gesetz (§ 53a der Straßenverkehrszulassungsordnung): „In Kraftfahrzeugen mit Ausnahme von Krankenfahrstühlen, Krafträdern und einachsigen Zug- oder Arbeitsmaschinen müssen mindestens folgende Warneinrichtungen mitgeführt werden: in Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, Zug- und Sattelzugmaschinen sowie Kraftomnibussen: eine Warnweste.“

Weiterhin heißt es in dieser Bestimmung: „Warnwesten müssen der Norm DIN EN 471:2003+A1:2007, Ausgabe März 2008 oder der Norm EN ISO 20471:2013 entsprechen.“

Hierauf ist beim Kauf und der Ausstattung der Fahrzeuge mit der Weste also zu achten.

Für einen Verstoß gegen diese Mitführpflicht ist ein Bußgeld von 15 Euro vorgesehen.

Nicht gesetzlich geregelt ist, wie diese bloß eine mitzuführende Warnweste im Falle eines Falles konkret einzusetzen ist – was ist zum Beispiel, wenn eine ganze Busgesellschaft den Bus infolge eines Unfalles auf einer Autobahn verlassen muss? Insofern ist diese sicherlich durchaus sinnvolle Vorschrift meines Erachtens nicht zu Ende gedacht worden.

Im Interesse der eigenen Sicherheit und der Sicherheit aller Mitfahrer ist es jedenfalls sinnvoll, für jeden Mitfahrer jeweils eine Weste parat zu haben (für Kinder ggf. kleinere), auch wenn dies so bislang nicht zwingend vorgeschrieben ist. Und sinnvoll ist es natürlich auch, dass diese Westen dann auch griffbereit sind und nicht etwa irgendwo in den Tiefen des Kofferraums verstaut liegen.

Das Mitführen entsprechend vieler Westen ist insbesondere auch deshalb sinnvoll, weil in anderen Ländern andere Vorschriften gelten, die zum Teil vorschreiben, dass jeder Insasse beim Verlassen eines Fahrzeuges z.B. im Rahmen einer Panne eine Weste tragen muss und zum Teil recht hohe Bußgelder für Verstöße hiergegen vorgesehen sind. Hat man entsprechend viele Westen dabei, muss man sich beim länderübergreifenden Reisen hierüber keine Gedanken mehr machen.

Quelle: Mit freundlicher Unterstützung von www.anwalt.de   Rechtsanwalt Frank Manschwetus

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Kitas fehlen 120.000 Erzieherinnen

In deutschen Kindertagesstätten gibt es laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung zu wenig Erzieherinnen und Erzieher. Für eine angemessene Betreuung müssten bundesweit 120.000 Vollzeitstellen geschaffen werden. Das würde jährlich zusätzlich fünf Milliarden Euro kosten und die Personalaufwendungen in dem Bereich um ein Drittel auf insgesamt 19 Milliarden Euro erhöhen, berechnete die Stiftung.

Zudem forderte Jörg Dräger vom Stiftungsvorstand bundesweit geltende Qualitätsstandards für Kitas. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz habe die Bundesländer gezwungen, die Quantität der Plätze zu erhöhen. Nun sollte ein Gesetz dafür sorgen, „dass auch überall die Qualität stimmt“, so Dräger.

Große Unterschiede zwischen Ost und West

Der Betreuungsschlüssel in den Ländern ist sehr unterschiedlich.

Laut der Studie gibt es in Deutschland ein starkes Ost-West-Gefälle in den Betreuungseinrichtungen. Während in den ostdeutschen Krippen, also Einrichtungen für unter Dreijährige, sich eine Erzieherin um durchschnittlich 6,3 Kinder kümmern muss, kommen im Westen 3,8 Kinder auf eine Erzieherin.

Am besten schneiden in der Studie Bremen (eins zu 3,2) und Baden-Württemberg (eins zu 3,3) ab. In Sachsen-Anhalt ist dagegen eine Erzieherin für durchschnittlich 6,7 Kinder zuständig.

Bremen mit doppeltem Spitzenplatz

Ähnlich sieht die Situation bei den über Dreijährigen aus. Statistisch liegt in dieser Altersgruppe der Personalschlüssel im Westen bei eins zu 9,1 und im Osten bei eins zu 12,7. Die besten Betreuungsverhältnisse haben erneut Bremen (eins zu 7,7) und Baden-Württemberg (eins zu acht). Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern, wo eine Erzieherin statistisch für 14,9 Kinder verantwortlich ist.

Die Stiftung hält es für angemessen, wenn bei den unter Dreijährigen eine Erzieherin für höchstens drei Kinder verantwortlich ist. Bei den über Dreijährigen sollte der Personalschlüssel demnach bei eins zu 7,5 liegen. Viele Bundesländer sind davon allerdings weit entfernt.

Die Stiftung fordert zudem, dass die Zeit für Leitungsaufgaben sowie Qualitätskriterien für Fort- und Weiterbildungen, Fachberatung sowie Mittagsverpflegung in einem Bundes-KiTa-Gesetz festgelegt werden.

Immer noch zu wenige Kita-Plätze

Seit 1. August 2013 haben Eltern von unter Dreijährigen einen Rechtsanspruch auf ein staatlich gefördertes Betreuungsangebot – entweder in einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter. Es fehlen aber trotz Zuwachses vor allem in den westdeutschen Bundesländern in den vergangenen Jahren noch Plätze. Zum 1. März 2014 stand für knapp 662.000 Kinder unter drei Jahren ein Platz zur Verfügung. Das waren 32,5 Prozent der Kleinkinder in diesem Alter. Ursprünglich sollte es bis Inkrafttreten des Rechtsanspruchs 750.000 Betreuungsangebote geben.

Quelle: Mit freundlicher Unterstützung von www.tagesschau. de

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Gibt es eine ostdeutsche Mentalität?

… Über 40 Prozent der Menschen in den neuen Bundesländern halten Wessis für arrogant, gierig und oberflächlich; 25 Prozent der Westdeutschen finden Ossis misstrauisch, unzufrieden, ängstlich. Gegenseitige Vorurteile sind demnach noch immer weit verbreitet.

Auch in der Arbeitswelt sind die Unterschiede groß. Die Führungsetagen werden überwiegend von Westdeutschen bevölkert, die ostdeutsche Mentalität vertrage sich damit kaum, meint Buchautor Hans-Joachim Maaz. Mit „Die narzisstische Gesellschaft“ hat Maaz 2012 ein Psychogramm der Bundesrepublik verfasst … Quelle: spiegel.de

Ich wollte es genau wissen und habe mich um gehört. Hier und da, überall. Denn so einfach wie da oben beschrieben, ist es nicht.

Wer sagt uns denn, was ein „Ossi“ ist und was ein „Wessi“?

Ostdeutsche sind nach der Wende vielfach abgewandert – in die alten Bundesländer, die Schweiz, Österreich, die USA oder Australien. Völkerwanderungen gab es in der (deutschen) Geschichte viele. Doch was genau macht eine Mentalität aus? Wie definiert man, wer man ist?

Überwiegt die Erziehung oder sind es die Lebenserfahrungen?

Wenn es um den Osten geht, gibt es da eine ganze Menge zu sagen. Zum Beispiel, dass sich innerhalb von ein paar Monaten alles, aber auch alles verändert hat.

Ein ganzes Leben war futsch – eine Welt brach zusammen. Eine Statistik besagt, dass es zwischen 1991 und 1993, als es um die Abwicklung der ostdeutschen Industrie ging, mehr Demonstrationen gab als 1989.

Doch davon redet niemand mehr. Denn der Osten ist sprachlos und schweigsam.

Ein Klischee, was den Ostdeutschen anhaftet, ist, dass sie frustriert und unzufrieden wären.

Ich akzeptiere nicht, dass der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Die Frustrierten dürfen nicht über Deutschlands Zukunft bestimmen“, sagte Edmund Stoiber 2005. Die wohlwollend-herablassende Fixierung auf Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West sind ebenso wie Stoibers Jammerossis gängige Erzählungen. Quelle: taz.de

Die Maßstäbe, die hier angelegt wurden, sind klar: Westdeutsche Maßstäbe

Aufgrund der politischen Ereignisse, die letztendlich die Wende herbei führten, wurde der Ostdeutsche als unmündig und politisch dumm dargestellt, nicht zuletzt durch die Medien, aber auch durch die Politik.

Doch noch viel schlimmer für die Ehre des Ostdeutschen war, als faul abgestempelt zu werden. Denn das die Wende alles mögliche brachte, nur keine utopische Sehnsucht stillte nach einem neuen, freien, demokratischen Land, wurde sehr schnell klar.

Spätestens, als die ersten Kündigungen kamen, nach teilweise mehr als zwanzig oder dreißig Jahren stabilem Arbeitsleben – da wurden auch die letzten hier bei uns wach. DAS ist es nicht, was wir wollten!

Die Arbeitslosenquote Ost ist mit 12 Prozent doppelt so hoch wie im Westen. In Ostdeutschland verdient fast jeder fünfte abhängig Beschäftigte weniger als 7,50 Euro (Westen: jeder zwölfte). Der Anteil der Personen, die in Haushalten leben, die mindestens 6 Monate Arbeitslosengeld II bezogen haben, ist in Ostdeutschland mit 20 Prozent fast doppelt so hoch wie im Westen. 40 Prozent der unter 60-Jährigen waren schon einmal von arbeitsmarkt- und einkommenspolitischen Maßnahmen betroffen. Die Wirtschaftskraft, gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, liegt bei 70 Prozent. Mit der sozialen Gerechtigkeit zufrieden sind 5 Prozent. Unzufrieden: 72 Prozent. Quelle: taz.de [2009]

Der Osten ist menschlicher – aber auch nicht immer

Die Vergangenheit jagt die Zukunft hier bei uns in Ostdeutschland. Ob man von einer ostdeutschen Mentalität sprechen kann, weiß ich nicht. Denn Mentalität ist ein weit zu umfassender Begriff.

Der Duden erklärt Mentalität als Geistes- und Gemütsart; besondere Art des Denkens und Fühlens.

Doch wie soll man beschreiben, wie „ostdeutsche Denke“ funktioniert, wenn nicht einmal definiert werden kann, wie ostdeutsch man sein muss, um als ostdeutsch erkannt zu werden?

Ostdeutsche gelten als bodenständig, sie sind fleißig und sie sind pragmatisch. Große schillernde Sprechblasen und „nix dahinter“ – das ist nichts für den Ostdeutschen. Hier muß etwas dahinter stehen, fundamentales Wissen vorhanden sein, sonst traut man sich gar nicht zu, schillernd zu sprechen.

Und selbst dann, wenn das Wissen da ist, wird es lieber gleich angewendet. Ossis besitzen Improvisationstalent und finden immer Wege, um etwas auf unkonventionelle Art in Gang zu setzen. Das ist logisch, denn Wegwerfen – das gab es früher nicht. Das ist in den Köpfen der älteren Generation drin.

Doch auch, wenn die Ostdeutschen sich gern als solidarisch und menschlich sehen – die Existenznöte seit der Wendezeit sind nicht vergessen. Diese Angst, das Dach über dem Kopf zu verlieren und mittellos zu werden, ist die größte hier. Bei hoher Arbeitslosigkeit ist jeder fest entschlossen, auf den Zug der Begünstigten aufzuspringen, in ein festes Arbeitsverhältnis zu kommen. Und nur das kleinste Anzeichen dafür, dass jemand nicht arbeitet, reicht oft aus für schiefe Blicke und Ausschluss aus der Gesellschaft.

Der Umkehrschluss: Wer es geschafft hat und sich etwas leisten kann, der ist der Beste und Stärkste, das wird honoriert. So manches Mal allerdings auch mit Häme und Neid. Aber Bewunderung schwingt immer mit.

Gibt es Unterschiede zwischen Alt und Jung?

Natürlich gibt es die. Die ältere Generation hat jedoch soziale Strukturen weiter vererbt. Wir alle haben gebildete, hochstudierte Menschen als Penner in der Gasse verkommen sehen. Viele wissen auch noch wie heute, wenn zuhause Tränen flossen, weil Mama oder Papa plötzlich ohne Arbeit waren.

Der Untergang und der Neubeginn, das sind Prägungen, die vor allem die jüngere Generation massiv miterlebt hat. Grenzenloses Freiheitsgefühl  gepaart mit der Wahrnehmung orientierungsloser Eltern, Lehrer – eines ganzen Landes.

Nein, es wird darüber nicht öffentlich diskutiert. Wir Ostdeutschen haben keine eigene Identität. Nur hinter vorgehaltener Hand wird ausgewertet, geschmunzelt und resümiert – über die Vergangenheit.

Die ältere Generation ist gelassener geworden. Sie haben alles erlebt, was man erleben kann. Und jetzt sind sie alte Hasen im Überleben. Die meisten älteren Menschen erwarten nicht mehr viel von diesem Land. Sie haben alles getan, was man tun kann: Zuerst für den neuen Arbeitgeber, später, als man das Spiel raus hatte, für sich selbst und vor allem die Kinder.

Jetzt wartet auf die meisten eine kleine Altersrente mit viel Armut drumherum. Mütter, die jahrelang gearbeitet und gleichzeitig (!) Kinder großgezogen haben, werden in der Rente massiv benachteiligt. Sie waren immer fleißig und sind trotzdem auf ewig die faulen Jammerossis. Die meisten müssen ihre Rente aufstocken lassen durch das Amt oder aber arbeiten gehen, über 67.

Wer seinen Ingenieur verpaßt hat, nach bundesdeutschem Recht anerkennen zu lassen, der bekommt keine Intelligenzrente, und wer zu DDR – Zeiten einen Beruf hatte, der keinem der heutigen Bildungsstandards entspricht, wird genauso betrogen.

Dennoch vermittelt die ältere Generation ein Bild von klugen, weisen und rechtschaffenen Leuten. Gestandenen Personen mit viel know how.

Bis heute keine guten Schauspieler

Eine aber wirklich ostdeutsche Eigenschaft ist: Wir sind, wie wir sind. Es wird nicht aufgebauscht und  groß geredet, was in Wirklichkeit gar nicht groß ist. Das ist es, was hier keiner mag. Hier wird die Kirche im Dorf gelassen. Und mit Werbung tut man sich bis heute schwer. Bescheidenheit würde ich das nennen.

Aber ansonsten ist hier jeder, entgegen sämtlicher Vorurteile, recht individuell. Denn von Masseneinreihung haben hier alle die Nase gestrichen voll. Alles, was nach sozialer Enge riecht, wird abgelehnt.

Unruhe, Getriebensein, Erschöpfung ließen die oftmals beklemmende Ruhe unter dem alten Regime in günstigerem Licht erscheinen, erklärt Wolfgang Engler… [Soziologe, Anm. von mrs-eastie] Annähernde soziale Gleichheit stattet die Menschen mit Wahrnehmungen, Urteilen und Gefühlen aus, die selbst geringfügige Unterschiede registrieren und Energien freisetzen, die auf deren Einebnung trachten. Exzentriker und Individualisten hatten einen schweren Stand, so wie jetzt der Arbeiter. Quelle: taz.de

Heute reagiert man hier allergisch auf das Einebnen. Individualität wird offensichtlich hoch geschätzt. Das ist typisch neues Ostdeutsch. Und die Generationen sind sich da einig.

 

 

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25 Jahre nach dem Reset hinkt Ostdeutschland weiter hinterher

Bild: Rolf Jürgens  / pixelio.de

25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung, der wirtschaftlich wie gesellschaftlich einen Neustart (“Reset”) zur Folge hatte, wirken die „schwierigen Startbedingungen Ostdeutschlands noch immer nach“. Das schätzt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Arbeitsagentur in Nürnberg in einer neuen Analyse ein. Die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland sei heute etwa 1,5-mal so hoch wie im Westen, im Schnitt bekomme ein ostdeutscher Beschäftigter 20 % weniger Lohn als ein Westdeutscher. Und die wirtschaftliche Produktivität – zu DDR-Zeiten erreichte die etwa ein Drittel des bundesdeutschen Standes – habe sich bei etwa ¾ des Westniveaus eingepegelt.

Fortschritte beim Abbau der Arbeitslosigkeit, aber Stagnation bei Produktivität und Lohn

Vergleichsweise günstig habe sich dabei noch die Arbeitslosigkeit entwickelt: Die war in den 1990er Jahren noch doppelt so hoch wie im Westen. Jedoch „gleichen sich Ost und West seit der Jahrtausendwende in puncto Produktivität und Durchschnittseinkommen kaum noch an“, so die IAB-Forscher.

Zu wenig Industrie und private Forschung

Sie machen für die Stagnation vor allem die wirtschaftlichen Strukturen in großen Teilen Ostdeutschlands verantwortlich: Im Vergleich zum Westen gebe es zu wenig Industriebetriebe, zu wenig privatwirtschaftliche Forschung, kaum erfolgreiche Großunternehmen mit Hauptsitz in Ostdeutschland und „ein Defizit an wissensintensiven Unternehmensdienstleistungen“.

Ausnahmen sind nur Leuchttürme wie Jena und Dresden

Ausnehmen von dieser Einschätzung könne man nur wenige „Leuchttürme“ wie Jena oder Dresden. Dort gebe es viele „hochproduktive Betriebe, die westdeutschen Betrieben in nichts nachstehen“ und „hochrangigen Forschungseinrichtungen herausgebildet, die selbst einem internationalen Vergleich standhalten“.

Vorbild Singapur: IAB plädieren für Öffnung gen Osteuropa

Chancen, aus dem Tal der Stagnation auszubrechen, sehen die IAB-Analysten vor allem in einer „internationalen Öffnung Ostdeutschlands“: „Die schneller wachsenden Volkswirtschaften in Osteuropa bieten Entwicklungsperspektiven, die bisher zu wenig genutzt werden. Berlin könnte zur Drehscheibe für den Handel mit diesen Regionen werden und eine ähnliche Funktion einnehmen wie einst Singapur für die Märkte Südostasiens.”

Quelle: Nachrichtenportal Oiger, Heiko Weckenbrodt

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Der Ton macht immer noch die Musik? Sei nicht höflich, sei verletzend.

Ich beobachte mit Erschrecken, wie sehr die heutige Zeit dazu einlädt, möglichst aggressive Töne anzuschlagen, sei es im Gespräch mit Freunden oder der Umgangston im Internet.

Im Allgemeinen scheint es heutzutage irgendwie „in“ zu sein, von vornherein verbal einen minimal fühlbaren Angriff zu starten a´la „Noch bin ich lieb, aber ich bin stärker als du – sei gewarnt!“

 

Zynismus und Sarkasmus ziehen durch die Medien und ich habe den Eindruck, sogar durch mein Alltagsleben. Oberflächliche Floskeln machen sich ebenso breit wie recht ungesunde Ironie, die schon leicht überheblich wirkt und eigentlich kein Grund mehr zum Schmunzeln oder Lächeln ist.

Dabei bin ich selbst ein ironischer Mensch, jedoch vielleicht einer mit ein wenig Taktgefühl und Empathie?
Wenn wir uns unterhalten, dann sollte doch ein gewisser Respekt vor der anderen Person bestehen, denn jeder Mensch hat sein eigenes Werte- Gerüst, seine eigenen Ansichten – die nicht von vornherein abgetötet werden sollten, selbst wenn das Gegenüber verbal „schwächer“ erscheint!

In letzter Zeit weht allgemein ein kalter Wind durch die Gesellschaft. Ob es die Arbeitswelt ist oder aber die vielen Schreckensnachrichten in den Medien, die privaten Probleme, Geldnot, Existenzängste … ja vielleicht spiegelt sich alles das im Zusammenleben wider, möglicherweise sind die Komiker im TV mit ihren abgedroschenen, zynischen Sprüchen ein Indiz dafür, wie ängstlich unsere Gesellschaft in Wahrheit ist. Quasi Angstbeißer.

Das beste Beispiel dafür ist Dieter Bohlen, für mich der Inbegriff tollwütiger Beleidigungen und Verletzungen – und er ist für mich tatsächlich ein Komiker, ich finde ihn nur nicht zum Lachen komisch. Aber schon recht merkwürdig. Als ich noch Kind war, da hat er gesungen, als hätte ihm jemand in die E*** gelatscht und außerdem dachten alle, er sei schwul.

Ganz im Ernst. Er hat es sicher weit gebracht, aber er hat auch mal klein angefangen und kam aus der Provinz.

Genau so ein Exemplar ist Stefan Raab, in den Neunzigern ein absoluter Hit, auch ich fand es total toll, wie er sich über die ganzen „doofen“ Leute lustig machte. Es war wahrscheinlich eine Art Trotzreaktion auf „unsere“ doch noch recht autoritäre Erziehung und wir rebellierten so gegen alte Rentner, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun hatten, als über zerrissene Jeanshosen, bunte Haare oder Piercings zu tuscheln.

Aber das, was jetzt passiert, ist etwas ganz Anderes.  Anfeindungen sind an der Tagesordnung. Beleidigungen schon fast ein Muss, um zu bestehen. Wie eine Art Rangordnung, wo beim ersten Zusammentreffen klargestellt wird, wer in Zukunft das „Sagen“ haben wird.

Worte können sehr verletzend sein, sie dringen tief in die Seele und das Unterbewusstsein ein und lassen sich nicht ohne Weiteres wieder in positive Sichtweisen umwandeln. So wie ein Lob oder Kompliment uns aufbaut, so tut ein verletzendes Wort weh und raubt uns Kraft.

Und ganz ehrlich – es tut auch einem Dieter Bohlen oder Stefan Raab weh. (Weil es menschlich ist!) Aber sie machen ihren Job und zu diesem Job gehört es, mit Beleidigungen Geld zu verdienen. Wie es privat mit ihnen steht, weiß ja kein Mensch, vielleicht kuscheln sie auch abends mit ihrem Lieblingsteddy oder rufen Mama an, um sich trösten zu lassen. Oder aber sie sind im Privaten bereits die Person geworden, die sie auch in den Medien verkörpern. Dann haben sie sich selber schon längst verloren und wissen gar nicht mehr, wer sie sind. Was im übrigen ja auf viele Menschen zutrifft, die in der Öffentlichkeit stehen. Aber das ist ein anderes Thema.

Höflich zu sein, ist keine Schande, respektvoll mit anderen umzugehen, auch nicht. Indem über etwas vernünftig geredet wird, lassen sich Lösungen finden – wenn die denn überhaupt gefunden werden sollen.

Manchmal habe ich den Eindruck, es soll eigentlich nur noch dem Frust Platz gemacht werden, der sich innerlich aufbaut, aber wirklich konstruktive Kritik kennen wir doch schon gar nicht mehr. Am besten dem anderen irgend eine Phrase an den Kopf werfen und dann kann derjenige zusehen, wie er damit fertig wird.

Ist ja schließlich sein Problem. Entweder er geht daran kaputt oder er lernt eben, sich damit umzugehen.

Zum Beispiel, indem die Verletzungen einfach heruntergeschluckt werden und sich dann innere Wut, Verzweiflung, Stress oder Angst aufbauen. Gefühle, die im übrigen auch ein Ventil brauchen.

Medien haben übrigens einen riesigen Anteil daran, was wir unserer nächsten Generation an Kommunikationsarten weiter vermitteln. Es sind nicht nur die Eltern, die Einfluss auf ihre Kinder haben. Es ist auch eine gesellschaftliche Verantwortung dahinter, wie jeder Einzelne mit dem anderen umgeht. Und dazu gehören auch die Medien, wie Radio, Fernsehen und Internet.

Es gibt sogar Mediengesetze, in denen festgelegt wurde, welche Art von Kommunikation NICHT geeignet ist, auch visuell. Allerdings wird auch hier mittlerweile eine harte Schiene gefahren, die Kamera auf Leid und Elend richtig „draufgehalten“ – Mord und Totschlag fokussiert.

Ich will hier nicht den Eindruck erwecken, eine Schönmalerin zu sein. Im Gegenteil. Was hat mich die Heuchelei der letzten Generation genervt. Es war manchmal kaum zu ertragen, wie die älteren Leute sich ihre heile Welt zusammenschusterten und nichts anderes hören wollten. Diskutieren war nicht möglich – im Osten übrigens noch weniger als im Westen.

Als unbequeme Zeitgenossin habe ich immer zu den diskutierfreudigsten gezählt, und das tue ich auch heute noch. Mit dem Strom schwimmen? Ein No Go!

Und es gab sicher Tausend andere, die Protest geschoben haben gegen diese heile Welt der Eltern oder Großeltern.

Doch, das was jetzt hier durch unseren Sprachgebrauch zieht, ist mehr als ein wenig Protest gegen irgendwen.

Vielleicht hat sich dieser „Kommunikationsstil“ ja daraus entwickelt – verbunden mit dem grenzenlosen Freiheitsgefühl der Nachwendezeit, dem Amerikanismus, der vor allem im Musikbereich rüberschwappt, und den Sorgen, die die Deutschen so mit sich tragen.

Oder ist das vielleicht gar kein interkulturelles Problem?

In Deutschland jedenfalls scheint es nach der Devise zu gehen: Geh´gleich zum Angriff über.

Sollte dir die Kreativität für verbale Verletzungen fehlen, schau Dieter Bohlen!

Bring´das auch deinen Kindern bei, sie brauchen keine Wärme, keine mitfühlenden Worte, kein Lob und keine Komplimente. Trainiere sie auf Schlagfertigkeit und bissige Ironie und zeige ihnen, wie sie sich einen dicken Schutzpanzer gegen Verwundungen der Seele zulegen.

Gleiches gilt für dich, falls du zu den Weicheiern zählst, die andere nicht nur ausreden lassen, sondern auch bei irgendwelchen dummfrechen Kommentaren total sprachlos dastehen und nicht wissen, was sie antworten sollen.

Besuch´noch heute einen Kurs, der sich mit NLP oder Selbstbewusstseinstraining beschäftigt, dich verbal fit macht und dich gegen Mobbing schützt – und um Himmelswillen – tu endlich etwas gegen deine Depressionen.

 

Sei nicht höflich, sei verletzend. (Vorsicht, bissige Ironie!!)

 

Ich wünsche euch was!

 

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