Archive for the Category » Ahnenforschung «

Die Sprache der Ostpreußen – E Krepsch voll ostpreußischer Mundart

Die eigentliche Sprache der Ostpreußen geht auf den baltischen Stamm der Indogermanen zurück. Im Laufe der Jahrhunderte sind aus deutschen und europäischen Ländern Menschen eingewandert, die ihre eigenen Mundarten mitbrachten. Aus diesen verschiedenen Dialekten hat sich die Sprache der Ostpreußen entwickelt, die natürlich durch Wortbildungen der eingewanderten Flamen, Holländer, Salzburger, Litauer, Masuren, Polen und Franzosen durchsetzt worden ist. In Königsberg sprach man ein gutes Hochdeutsch, auf dem Bau und im Hafen bevorzugten die Arbeiter und Stauer jedoch das gemütliche, breite ostpreußische Platt. Die Landbevölkerung bediente sich ausschließlich der heimatlichen Mundart, es war gar nicht so selten, dass sie überhaupt kein Hochdeutsch [ ... ]

Mensch, es de rachullerich!

Das Adjektiv rachullig, auch rachullerig lässt sich auf die ostpreußische Mundart zurückführen und wird in den diesbezüglichen Wörterbüchern aufgeführt, so im Preußischen Wörterbuch von E. Riemann/U. Tolksdorf (Band 4, 1992); die Bedeutung wird mit ›habgierig, geizig‹, auch ›gefräßig‹ und ›übermäßig, raffgierig arbeitend‹ angegeben; Beispielsätze: »De es so rachullrich, de kricht dem Schlunk [= Schlund] nich voll«, »Mensch, es de rachullerich!«. Andere, verwandte Ausdrücke kommen hinzu, z. B. die Substantive Rachull, Rachuller bzw. Rachummel (›Geizhals‹) und Rachullerigkeit sowie das Verb rachullen/rachullern (›habgierig etwas zusammenraffen, übertrieben sparsam, geizig sein‹). Auch Bruno Betcke vermerkt in seiner Sammlung Die Königsberger Mundart. Sammlung ostpreußisch-königsbergischer Ausdrücke (1924) [ ... ]

Elf Zwelf oder Ölf Zwölf ?- “Na mein schenes Biebchen, wie geht dich das ?”

Meine Eltern kamen aus dem nördlichen Ostpreußen und zählten immer…neun, zehn, ölf, zwölf… Unsere Nachbarn kamen aus dem südlichen Ostpreußen und zählten immer…neun, zehn, elf, zwelf… was war denn nun richtig ? “Na mein schenes Biebchen, wie geht dich das ?” , fragte mich meine Nachbarin, “wie alt biste eijentlich ? Biste noch elf oder biste schon zwelf ?”   Lustig klang dieser polnisch-russisch gefärbte Dialekt unserer Nachbarn. Sie kamen aus Masuren, einer Gegend im damaligen südlichen Ostpreußen. Heute ist es das nördliche Polen. Naja leicht polnisch hatten die Leute in dieser Gegend ja schon immer gesprochen. (Briederchen ist sich gegang-gen von drieben…) Man nannte sie auch “Wasserpolen”, wegen der vielen Seen, die es in [ ... ]

Ostpreußische Vokabeln – So schabbern wir

Instmann = Landarbeiter kabbeln = streiten, aber nicht ganz ernst Kaldaunen = Innereinen Keilchen = Klöße Klietsch = nicht ganz durch gebackener Kuchen kodderig = schlecht, unwohl Komst, Kumst = Kohl, Sauerkohl Krät = Kröte, Schimpfwort für zickigen Menschen, schrecklichen Kerl kullern = kugeln, rollen Lorbaß = Lausbub Machandel = Wacholder Marjell – Mädchen päsen = laufen, rennen plachandern = nachbarschaftlich plaudern, klatschen Spachheister = dürrer Mensch schabbern = reden Schlappchen, Schlabberchen = Lätzchen Schmakoster = Wecken am Ostermorgen durch Schlagen mit Birkenreisern auf die Beine; dabei wird gesagt: 3 Eier, Stück Speck, dann geh’ ich gleich weg. taprig = ungeschickt , unsicher, wacklig auf den Beinen Übergebratener = Kognak mit Likör gemischt unnusselig = dumm Unnosel = Tunichtgut, Dummkopf zoddrig = [ ... ]

Die Balten – wie lebten sie, wer waren sie? Vielleicht auch deine Ahnen!

Zu der großen Gruppe der Indogermanen gehören sie – die Balten, welche den Ostseeraum zwischen Polen und Russland sowie Estland und Finnland besiedelten und heute noch bewohnen. So wohnten die Balten Sie siedelten sich häufig in der Nähe von Flüssen und Seen an – auf kleinen Inseln und in Flusstälern waren sie zuhause und das umliegende Wasser gab ihren Siedlungen meist ausreichenden Schutz vor Feinden, sodass sie fast nie Wälle bauten. Dichte Moore hielten Eindringlinge außerdem fern. Die Siedlungen waren recht klein, maximal 500 Menschen lebten in einem Baltendorf. Die Häuser wurden aus Baumstämmen errichtet und auf den Dächern wuchsen Moose, Gräser oder [ ... ]

Kuneia, Kuneija, Kuneya, Kuney, Kuneja, Kunej, Kuniej, Koneya, Kuneika, Kuneiowna

Auf den ersten Blick wirken diese Namen zwar unterschiedlich. Wer in alten Urkunden stöbert, kann aber entdecken, dass sein Kuneia-Vorfahre vor 250 Jahren vielleicht noch “Cunja” geschrieben wurde oder ein Cunia-Ahne sich vor 200 Jahren “Kunia” nannte. Der Grund ist, dass die Schreibweise von Namen erst am Ende des 18. Jahrhunderts endgültig festgelegt wurde. Bis dahin schrieb jeder Pfarrer oder Beamte den Namen in Dokumenten, wie er wollte! Orte und Regionen Ob Kuneia, Kuneija, Kuneya, Kuney, Kuneja, Kunej, Kuniej, Koneya, Kuneika, Kuneiowna usw. -Familien ursprünglich jeweils aus einer ganz bestimmten Region stammten oder sich die Nachnamen an verschiedenen Orten gleichzeitig entwickelten, [ ... ]

Auch Schwein, auch Huhn, auch Pferd, auch Kuh …

Auch Schwein, auch Huhn, auch Pferd, auch Kuh… all das hatte meine Urgroßmutter in Masuren – ihrer Heimat. Sie wohnte in einem kleinen Dorf namens „Bärenbruch“, heute Niedźwiedzie (12-200 Niedźwiedzie, Polen) Sie war übrigens eine Emma Martha geb. Kuneia. Als gemischte kulturelle Identität und trotzdem in friedlichem Miteinander, so hat meine Urgroßmutter ihre Heimat beschrieben. „Masuren“ im damaligen südlichen Ostpreußen wurde nie nur als Landstrich gesehen, sondern die masurische Bevölkerung fast als eigenständige Ethnie beschrieben. Die Masuren waren ein Volk, welches aus den Nachfahren der alten Prußen, der eingewanderten Polen, Österreicher und Holländer, der eingefallenen Deutschen und Schweden sowie den benachbarten Litauern [ ... ]

Liste russischer Nachnamen nach Häufigkeit

Die folgende Liste enthält russischeFamiliennamen nach ihrer Häufigkeit in der Russischen Föderation. Die meisten russischen Nachnamen stammen von kirchlichen Vornamen, Tiernamen oder Berufen ab. Platz Nachname Kyrillisch Etymologie 1 Smirnow Смирнов vom Wort smirny (still, ruhig) 2 Iwanow Иванов vom Vornamen Iwan (Johannes) 3 Kusnezow Кузнецов vom Beruf Schmied 4 Popow Попов vom Priesterrang Pope 5 Sokolow Соколов vom Vogelnamen Falke 6 Lebedew Лебедев vom Vogelnamen Schwan 7 Koslow Козлов vom Tiernamen Ziegenbock 8 Nowikow Новиков vom umgangssprachlichen Wort für neues Kind 9 Morosow Морозов vom Wort moros (Frost) 10 Petrow Петров vom Vornamen Pjotr (Peter) 11 Wolkow Волков vom Tiernamen Wolf 12 Solowjow Соловьёв vom Vogelnamen Nachtigall 13 Wassiljew Васильев vom Vornamen Wassili (Basileus) 14 Saizew Зайцев vom Tiernamen Hase 15 Pawlow Павлов vom Vornamen Pawel (Paul) 16 Semjonow Семёнов vom Vornamen Semjon (Simon) 17 Golubew Голубев vom Vogelnamen Taube 18 Winogradow Виноградов vom Wort für Weintrauben 19 Bogdanow Богданов vom Vornamen Bogdan (sprichw. Gott-gegeben) 20 Worobjow Воробьёв vom Vogelnamen Spatz 21 Fjodorow Фёдоров vom Vornamen Fjodor (Theodor) 22 Michailow Михайлов vom Vornamen Michail (Michael) 23 Beljajew Беляев vom Wort bely (weiß, blond) 24 Tarassow Тарасов vom Vornamen Taras 25 Below Белов Etymologie identisch zu Beljajew (siehe 23) 26 Komarow Комаров vom Tiernamen Stechmücke 27 Orlow Орлов vom Vogelnamen Adler 28 Kisseljow Киселёв vom [ ... ]

Aschbude in Masuren – ein Ort scheint unauffindbar

Auf der Suche nach meinen Ahnen habe ich den Ortsnamen Aschbude(n) gefunden, den ich lange Zeit vergeblich versucht habe, zuzuordnen. Doch durch viel fleißige Recherche fand ich dann folgende Info: Lange’s Ortsregister schreibt zu Aschbuden: Ehemaliges Instmannsdorf Landkreis Ortelsburg Reg.Bez. Allenstein Südlich des Ratzeburger Sees, östlich / südöstlich von Ortelsburg 1820 4 Gebäude, 66 Seelen. Zum Forst Puppen eingepfarrt zur Kirche: Friedrichowen Amt: Friedrichfelde   Die Angabe der Karte, Lage auf der Karte und polnischer Name sowie Einwohnerzahl 1939 fehlt. Im Pfarralmanach von 1912 gibt es kein Aschbuden im Landkreis Ortelsburg, im Gemeindelexikon von 1905 auch nicht. Dem kann man entnehmen, dass der “Ort” bereits 1905 nicht mehr existierte; er ist daher [ ... ]

Woher komme ich und von wem stamme ich ab?

Natürlich ist die Frage da oben rhetorisch gemeint, denn ich weiß, wo ich geboren wurde und auch, wer meine Eltern sind. Aber da gibt es etwas in mir, das ist seit meiner Kindheit da – eine bestimmte Mentalität, die mich ausmacht, die mich zu dem Menschen macht, der ich bin. Und auch, wenn ich nicht genau beschreiben könnte, warum, habe ich mich seit jeher irgendwie anders als “die Deutschen” gefühlt und meine Mutter hat oft den Kopf geschüttelt, wenn ich sie fragte “Mama, wo gehören wir eigentlich hin – von welchem Volk stammen wir ab? ” “Wir sind doch deutsch, was soll [ ... ]
SEO Powered by Platinum SEO from Techblissonline