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Rolf Jürgens/ pixelio.de

25 Jahre nach dem Reset hinkt Ostdeutschland weiter hinterher

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Es ist mir ein Muss, Bild und Sprache miteinander gefühlvoll zu verbinden, um Emotionen zu wecken und Sinne zu schärfen.
Als social publishing & authentic blogger bin ich seit 2006 im Internet unterwegs.
Mein Schwerpunkte liegen auf der Lebensart im Osten Deutschlands und dem Publizieren derselben sowie alle anderen Themen rund um die neuen Bundesländer und deutschlandweit.
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Bild: Rolf Jürgens  / pixelio.de

25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung, der wirtschaftlich wie gesellschaftlich einen Neustart (“Reset”) zur Folge hatte, wirken die „schwierigen Startbedingungen Ostdeutschlands noch immer nach“. Das schätzt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Arbeitsagentur in Nürnberg in einer neuen Analyse ein. Die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland sei heute etwa 1,5-mal so hoch wie im Westen, im Schnitt bekomme ein ostdeutscher Beschäftigter 20 % weniger Lohn als ein Westdeutscher. Und die wirtschaftliche Produktivität – zu DDR-Zeiten erreichte die etwa ein Drittel des bundesdeutschen Standes – habe sich bei etwa ¾ des Westniveaus eingepegelt.

Fortschritte beim Abbau der Arbeitslosigkeit, aber Stagnation bei Produktivität und Lohn

Vergleichsweise günstig habe sich dabei noch die Arbeitslosigkeit entwickelt: Die war in den 1990er Jahren noch doppelt so hoch wie im Westen. Jedoch „gleichen sich Ost und West seit der Jahrtausendwende in puncto Produktivität und Durchschnittseinkommen kaum noch an“, so die IAB-Forscher.

Zu wenig Industrie und private Forschung

Sie machen für die Stagnation vor allem die wirtschaftlichen Strukturen in großen Teilen Ostdeutschlands verantwortlich: Im Vergleich zum Westen gebe es zu wenig Industriebetriebe, zu wenig privatwirtschaftliche Forschung, kaum erfolgreiche Großunternehmen mit Hauptsitz in Ostdeutschland und „ein Defizit an wissensintensiven Unternehmensdienstleistungen“.

Ausnahmen sind nur Leuchttürme wie Jena und Dresden

Ausnehmen von dieser Einschätzung könne man nur wenige „Leuchttürme“ wie Jena oder Dresden. Dort gebe es viele „hochproduktive Betriebe, die westdeutschen Betrieben in nichts nachstehen“ und „hochrangigen Forschungseinrichtungen herausgebildet, die selbst einem internationalen Vergleich standhalten“.

Vorbild Singapur: IAB plädieren für Öffnung gen Osteuropa

Chancen, aus dem Tal der Stagnation auszubrechen, sehen die IAB-Analysten vor allem in einer „internationalen Öffnung Ostdeutschlands“: „Die schneller wachsenden Volkswirtschaften in Osteuropa bieten Entwicklungsperspektiven, die bisher zu wenig genutzt werden. Berlin könnte zur Drehscheibe für den Handel mit diesen Regionen werden und eine ähnliche Funktion einnehmen wie einst Singapur für die Märkte Südostasiens.”

Quelle: Nachrichtenportal Oiger, Heiko Weckenbrodt

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Schreib´doch mal was über Fußball…

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Nun hat es mich erwischt :)

Ich habe befürchtet, dass es irgendwann Leser geben könnte, die sich dafür interessieren, was eine Mrs-Eastie-Schreiberin so für Ansichten, Emotionen und natürlich Fachkenntnisse zum Thema Fußball loszuwerden hat. Vor allem, wenn es um die Weltmeisterschaft geht.

Fahnen an den Autos und bemalte Gesichter – ungefährliche Euphorie für das deutsche Land

In Deutschland gibt es so ein Phänomen.

Deutsche sind ziemlich gehandicapt, was die Liebe zu ihrem Land anbetrifft. Eins steht fest, sie lieben ihr Land – so, wie es wahrscheinlich auch vollkommen normal ist.
Doch die deutsche Seele ist verwundet und blutet noch, auf ihr lastet das Erbe des verrückten Österreichers, der in Deutschland damit Erfolg hatte, ganze Massen für seine Ideologie zu begeistern und zu mobilisieren.

Deshalb wird „Deutsch“ bis heute mit einigen Eigenschaften in Verbindung gebracht, die nicht besonders rühmlich sind ( und wahrscheinlich nicht einmal typisch). Die Vorfahren wurden allesamt zu Verbrechern und die deutschen Traditionen, die schönen Landstriche, die deutsche Sprache und nicht zuletzt die Liebe zur eigenen Herkunft sind in Schimpf und Schande untergegangen.

Doch es gibt etwas, das verbindet Menschen, lässt sie zusammen jubeln, hält sich aus der Politik heraus und passt zur ehrgeizigen Mentalität der Deutschen: Fußball!

Deutschland und Fußball – vor allem zur Weltmeisterschaft – ist eine ganz innige Liebe geworden, bei der vor allem die Nachwuchsgenerationen nach den Kriegskindern auf vorsichtige Art und Weise versuchen zu zeigen, was ihnen ihr Land wert ist – ohne gleich als Nazis beschimpft zu werden.

Endlich ist es möglich, die Deutschlandfahne in einem anderen Kontext zu zeigen, als dem des deutschen Nationalstolzes. Kinder fiebern mit, Erwachsene feiern ausgelassen… eigentlich die normalste Sache der Welt, doch hier in Deutschland doppeldeutiger Freudentaumel – ein Kanal für den Stolz auf die deutsche Fußballmannschaft und das eigene Land

Muß es Fußball-Liebe sein?

Nun, ich möchte niemandem vor den Kopf stoßen, der mitfiebert. Es gibt sehr viele Fußballfans und natürlich scheint es sehr wichtig für das Land, den Sport und (keine Ahnung was noch?) zu sein.

Für mich selber ist der ganze Trubel nicht ganz so wichtig. Um genau zu sein, eigentlich gar nicht. Ich bin ein absoluter Fußball-Muffel und ich habe sogar ein kleines bisschen ein schlechtes Gewissen, weil ich auch mein Kind in keinster Weise da heran führe(n) kann. Sie hat keine schwarz-rot-gold- bemalten Wangen, wir haben keinerlei Fahnen an den Autos und auch sonst läuft so ein Spielabend recht trist ab.

Manchmal gibt es auch Begeisterung für das WM – Finale

Am Dienstag, dem 8. Juli 2014, passierte in unserem Wohnzimmer etwas, was ich als Mischung aus Euphorie und Interesse deuten würde. Es ist eigentlich alles abgelaufen wie immer. Ich hörte Musik via Kopfhörer, während meine bessere Hälfte sich abends um 10 das Spiel Deutschland gegen Brasilien ansah.

Bis dahin wusste ich nur, dass es entscheidend ist, wer gewinnt, damit wir auf die Weltmeisterschaft hoffen können. Also auch für Fußballmuffel nicht allzu schwer zu verstehen 😀 Das wars aber auch schon…

Doch dann passierte etwas, was mich faszinierte:

Deutschland schoss ein Tor, das zweite….das dritte….und ringsherum jubelte es, die Tröten machten Lärm und ich fragte mich, wie das die ganze Nacht weiter gehen soll.

Nach dem dritten Tor kam das vierte… dann stand unsere vierjährige Tochter interessiert im Wohnzimmer – um diese Zeit! Sie kann nicht schlafen, sagte sie und warum so ein Krach wäre.
(Somit war nun auch der Fußball-Erziehungsauftrag erfüllt^^)

Gute-Nacht-Geschichte und Jubelgeschrei

Während ich mit ihr dann im Kinderzimmer „Lauras Ferienabenteuer“ las, schrie meine besser Hälfte so laut “ Jaaaaaaaaaaaaa…das gibts doch nicht!“… das wir binnen kürzester Zeit wieder im Wohnzimmer standen und mittlerweile das fünfte Tor gefallen war – alles in einer halben Stunde!

Die Laura-Geschichte war an dem Abend uninteressant geworden, aber die neu geschriebene Fußballgeschichte im TV war echt der Burner, denn wenn jemand wie ich vom Fußball-Fieber gepackt wird, dann kann man schon von einem Wunder sprechen.

Deutschland macht aus Brasilien Gehacktes mit einem 7 : 1 Sieg

„Brasiliens Hoffnungen von Deutschland zerstört. Brasiliens WM endete am Dienstagabend auf die peinlichste Weise, indem die Deutschen den Gastgeber auseinandernahmen und in einer bemerkenswerten ersten halben Stunde fünf Tore erzielten und aus dem Halbfinale eine nationale Katastrophe machten.“ (So titelte die englische „The Times“)

Wie mussten sich die Brasilianer wohl fühlen, im Heimspiel so auseinander genommen zu werden?

Es war wirklich der absolute Wahnsinn. Das Kind schlief, als das sechste Tor fiel und wir waren putzmunter. Da kam tatsächlich ein Gefühl von Stolz hoch gekrochen auf die deutsche Fußballmannschaft. So etwas hatte es in der Fußballgeschichte noch nicht gegeben. (vor allem nicht in meinem Leben)

Finaaale ohhh ooooh….

Ich hoffe für alle, die mitgefiebert haben, dass es ein gelungener Abend mit vielen Emotionen war und das jeder in diesem Sport das findet, was er sucht. Ob sich das wirklich auf meine eingangs beschriebene Beobachtung auswirkt und die Deutschen so einen Weg finden, um die Liebe und den Stolz zu ihrem Land zeigen zu können, weiß ich nicht.

Dennoch gehen die Bilder der zahlreichen feiernden Fans um die Welt – offen, ausgelassen und fröhlich. Spätestens am Sonntag. 😉 Ein Deutschland, das sich neu gestaltet, Seite an Seite mit den verrückten elf Typen, die so nem schwarz-weißen Ding hinterher rennen…

Und dieser Artikel wird mein erster und letzter Beitrag zum Thema Fußball-Weltmeisterschaft sein.

Es sei denn, das Spiel nimmt einen ganz schrägen Verlauf…Deutschland-Argentinien 8:0…oder so…

 

 

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Gewalt in Kinder- und Jugendpsychiatrien : Geschlagen, missbraucht – Hölle Kinderpsychiatrie! die story „Hölle Kinderpsychiatrie – Gewalt und Missbrauch hinter Anstaltsmauern“ | Heute, 22.00 – 22.45 Uhr | WDR Fernsehen

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Schläge, Beruhigungsmittel, Einzelarrest – für Karl-Heinz Großmann war seine Kindheit die Hölle auf Erden. Mit 13 Jahren kam er als gesunder Junge in die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Marsberg im Sauerland. Diagnose: Debilität, also Schwachsinn. Jahrelang war er der Gewalt durch das Pflegepersonal schutzlos ausgeliefert. Kein Einzelfall wie WDR-Recherchen zeigen.

Fast 50 Jahre hat er einen Bogen um die Klinik im Sauerland gemacht. Jetzt sucht er in Marsberg nach Antworten. Bis heute kann Karl-Heinz Großmann nicht verstehen, warum er in die Psychiatrie musste. Er wuchs als uneheliches Kind auf. Das Jugendamt glaubte, seine Mutter könnte ihn nicht richtig versorgen. Als er in der Schule störte und aggressiv wurde, reichte das, um ihn in die geschlossene Kinder-Psychiatrie einzuweisen. Fünf Jahre erlebte er Schläge und den Missbrauch durch eine Nonne.“Man hat keine Kindheit gehabt“, sagt Großmann, „die wurde uns gestohlen von diesen Leuten!“

Erziehung hieß Ordnung und Gehorsam

Großmann ist Kein Einzelfall. Mindestens 15.000 Kinder in West- und Ostdeutschland, schätzt Professor Peter Schruth, wurden bis in die 70er Jahre in die Psychiatrie abgeschoben. Schruth ist Rechtswissenschaftler an der Hochschule Magdeburg-Stendal und hat auch die Aufarbeitung der Gewalt in Kinderheimen als Wissenschaftler begleitet. „Ordnung, Unterordnung, Gehorsam. Das waren damals die Maximen der Erziehung“, sagt Schruth, . „Aufzufallen in der Öffentlichkeit, oder gar ein uneheliches Kind zu sein, hat dann schon gereicht, um in die Kinderpsychiatrie zu kommen. Das muss man sich mal vorstellen.“

Betroffene berichten von Schockbädern und dunklen Zellen

Deutschlandweit suchen wir bei unseren Recherchen für „die story“ nach ehemaligen Patienten – über Internetforen, Akten und durch Hinweise von Betroffenen. Wir erhalten 16 Berichte aus Einrichtungen in ganz Deutschland: Betroffene erzählen uns von kalten Schockbädern, dunklen Zellen, von Beruhigungsmitteln. Die mutmaßlichen Täter sind inzwischen fast alle verstorben. Pfleger von damals wollen nichts mitbekommen haben. Interviews werden abgelehnt. Einzige Zeugen der Gewalt: Die Opfer von damals.

So wie Karl-Heinz Großmann. Die Erinnerungen an seine Kindheit in der Psychiatrie verfolgen ihn bis heute. Immer wieder muss er an die dunkle Kammer denken, in die ihn die Nonne mitnahm. Kommunionunterricht hat sie ihm versprochen. Und ihn dann ausgezogen und missbraucht. Mehrmals. Bis heute kann er diese Übergriffe nicht vergessen und er fragt sich, warum das keiner von den anderen Pflegern und Nonnen mitbekommen hat.

Alles war erlaubt

Jahrzehntelang wurde in deutschen Kinderpsychiatrien gegen Grundrechte verstoßen. Schläge, Einsperren – all das war erlaubt, zum Zweck der Erziehung.“Das rechtsstaatliche System hat nicht gegriffen“, sagt Schruth „deshalb konnte ein Gewaltsystem vorherrschen, wo niemand zur Rechenschaft gezogen wurde.“ Erst 1972 hat das Bundesverfassungsgericht dem ein Ende gesetzt.

Kampf um Anerkennung

Wie Karl-Heinz Großmann leben heute viele Betroffene am Existenzminimum. Aber für Psychiatriekinder gibt es, im Gegensatz zu den ehemaligen Heimkindern, noch immer keine finanzielle Hilfeleistung vom Staat. Beim Fonds Heimerziehung wurden sie ausgespart. Seit 2011 versuchen die Bundesländer auch eine Lösung für die Psychiatriekinder zu finden. Bislang ohne Ergebnis. „Geld kann das alles nicht wieder gutmachen“, sagt Großmann. Aber es wäre für ihn und die anderen Psychiatrieopfer ein weiterer Schritt der Anerkennung des Unrechts, das ihnen in deutschen Kinderpsychiatrien jahrzehntelang angetan worden war. Immerhin: Der damalige und auch heutige Träger der Einrichtung, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat sich ebenso wie der Orden der Vincentinerinnen bei den Opfern entschuldigt.

Quelle: www.wdr.de

 

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Dritte Generation Ostdeutschland, Eisen-, Wost-, Wendekinder … 25 Jahre später

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Inzwischen, 25 Jahre nach dem Mauerfall, gibt es einige Studien, Berichte, Gruppierungen, die sich (auch) darüber definieren und Bücher über und zu den Auswirkungen der Wende auf die damaligen Kinder und Jugendlichen. Auch die Taten und der aktuelle Gerichtsprozess der NSU haben das Interesse daran geweckt und erhöht.

Als „verlorene Generation“, als Wende-, Wost-, Eisenkinder werden wir bezeichnet.

Die Angaben über das Alter, in denen die Auswirkungen besonders gravierend gewesen wären, unterschieden sich leicht.

Ich halte die Pubertät für eine kritische Zeit und prägend für die gesamte weitere Entwicklung. Die seelische Entwicklung in vollem Gang ist: Teenager suchen ihren Platz in der Gesellschaft. Sie machen sich auf die Suche nach ihrer eigenen Identität und beginnen mehr und mehr, die Welt der Erwachsenen kritisch zu hinterfragen.

Genau in dieser Phase wurde zum Mauerfall und anschließender Wende mit allen Konsequenzen von „außen“ alles in Frage gestellt.

Es wird vielfach beschrieben, wie Autoritäten wie Eltern, Lehrer, Ausbilder usw. als verlässliche Instanzen für Werte „wegbrachen“.

In der Phase der Auseinandersetzung mit dem Richtig und dem Falsch, in der Suche nach Orientierung, was man wie findet, war mit einem Mal alles Bisherige falsch und verwerflich. Es gab nichts mehr, gegen das man sich auflehnen konnte. Alle, die einem bisher als gutes oder schlechtes Beispiel dienten, wie man werden könnte oder genau so nicht, waren hilflos. Wirklich hilf- und orientierungslos!

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit meinem damaligen Schuldirektor am 10.11.1989. Es fand im Treppenhaus der Schule statt. Ich hatte Angst nach dem Mauerfall. Ich hatte Angst, dass die DDR, dass wir jetzt ausverkauft würden, weil ja bei uns so vieles subventioniert und viel preiswerter als im Westen war. Der bis dahin so autoritäre und verlässliche Schuldirektor konnte meine Ängste und Befürchtungen nur anhören und hatte keine Antworten.

Wir wurden von den Lehrern weiter unterrichtet, mit mehrfach wechselnden Lehrplänen und Schulumzügen, die uns teilweise Gegensätzliches vor dem Mauerfall und der Wende beibrachten.

Es kamen Vertreter, die alle sichtbar über den Tisch zogen. „Halt Dich da raus, Du verstehst das nicht.“ als Antwort auf Fragen und Proteste und „Das ist jetzt eben so.“.

Aus „Wir sind das Volk.“ wurde „Wir sind ein Volk.“. „Das ist jetzt eben so.“
Eine Wahl bei der die CDU die meisten Stimmen bekam. Die Währungsunion, nach der die Ostprodukte aus den Läden verschwunden waren. Waren die so schlecht? Wenn die keiner kaufen würde, gingen die Betriebe kaputt. „Das ist jetzt eben so.“

Wendehals und Fahnen-nach dem Wind-hängen waren alltägliche Ausdrücke.
Die jugendlichen Freunde und Bekannten wurden schnell in links- oder rechtsorientiert kategorisiert.

Mit der Wende konnte man alles werden, stand einem alles offen, was vorher so nicht möglich gewesen wäre.

2009, an dem Samstag vor der Wahl, hatte ich Klassentreffen. Nach Angaben meiner ehemaligen Schulkameraden, waren die meisten noch nie wählen und würden auch am folgenden Sonntag nicht zur Wahl gehen. Viele waren selbstständig. Politik interessierte nicht.

Ich entdeckte Parallelen, die ich bisher bei mir für charakterbedingt hielt.
Wir waren 16 / 17 Jahre zum Mauerfall. In einem Alter, in dem man bewusst sucht und sich entscheidet, was man für richtig und für falsch hält … gab es schlicht keine Orientierungsmöglichkeiten. Es gab nichts Verlässliches.
Unter den damaligen Bedingungen, in diesem Alter, kann das ein grundlegendes Lebensgefühl prägen. Alles und jeder kann sich jederzeit in jede beliebige Richtung ändern. Auf wen kann man sich verlassen, wenn nicht auf sich selbst? Wem kann man vertrauen, wem glauben, wenn nicht sich selbst?

Vergessen und wenig beschrieben wie beachtet scheint zu sein, dass sich die DDR und das Leben in der DDR in der Zeit vor Mauerfall und Wende änderten. Man, zumindest als Jungendliche, konnte diskutieren und fragen. Auch über die Stasi wurde gesprochen. Es gab mehr zu kaufen. Ausreiseanträge und Besuche in den Westen wurden genehmigt. Über die DDR-Fluchten wurde berichtet und gesprochen. Es hätte, wenn auch ein langsamer und schwieriger, so doch Weg für eine sozialistische Gesellschaft in Freiheit sein können.

Das haben wir erlebt! Und dann? „Das ist jetzt eben so.“

Vor ein paar Jahren sagte eine ehemalige Klassenkameradin und damals sehr gute Freundin, dass wir keine gute Klasse gewesen wären, dass wir nicht zusammengehalten hätten.

Ich erinnere mich an Anderes. Aber schon unser 10. Schuljahr 1988 / 89 war von den Veränderungen geprägt. Ich glaube das nachfolgende Allein-gelassen -sein, das Auf-sich-gestellt-sein, die Unzuverlässigkeit des gesamten Umfeldes in dieser Zeit prägt die Erinnerung und das grundlegende Lebensgefühl.
Natürlich ist das nicht zu pauschalisieren! Selbst diese „Lebensgrundlage“ entscheidet nicht über die weitere Entwicklung.

Sabine Rennefanz beschreibt in Ihrem Buch „Eisenkinder“ auch ihre eigene Suche nach verlässlichen Autoritäten, die sie vorübergehend in der Religion fand. Von der radikal-provozierenden Grenzensuche bis zur völligen

Abwendung und Ablehnung jeglicher Autoritäten war und ist alles möglich.
Wir waren alt genug, alles bewusst zu erleben, aber nicht alt genug, gestaltend einzugreifen. „Das ist jetzt eben so.“ Ausgeliefert. Natürlich boten sich mit der Wende alle Chancen, die man so vorher nicht hatte. Und viele haben diese genutzt. Was sollte man sonst machen? Wem glauben, wem vertrauen? Doch nur noch sich selbst.

Natürlich lässt sich das nicht verallgemeinern. Bei den Menschen, die ich in diesem Alter kenne und kannte, ist eine gewisse Selbstständigkeit bis Autonomie, eine generelle Ungläubigkeit, fehlendes Vertrauen, Abwendung von politischen Ideen und Systemen … überdurchschnittlich stark vertreten.

Einzelkämpfer … und das ist nur „die Spitze vom Eisberg“

Quelle: www.meinanzeiger.de/Gera über Sabine Rennefanz – Autorin des Buches „Eisenkinder: Die stille Wut der Wendegeneration“

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Mein Heimatland gibt es nicht mehr

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Erwachsene Kinder der Wende- und Nachwendezeit gibt es viele. Eigentlich ist von Wendekindern die Rede, welche 1990 geboren wurden. Eigentlich gibt es sowieso für fast jede Generation einen Begriff durch die Sozialwissenschaft: Nachkriegskinder, Golfgeneration…
Aber von den Kindern, die während der Wendezeit gerade ihren Eintritt in die Pubertät hatten oder in der Pubertät waren, redet kein Mensch. Das wird nicht analysiert und durchleuchtet. Traut sich niemand an das Thema heran oder erscheint es unwichtig? Ich denke, es ist so prägend für einen jungen Menschen, was in der Pubertät mit ihm passiert!

Ich gehöre mit Baujahr `77 zu einer selbst ernannten Zwischengeneration. Zwar bin ich im Osten geboren, jedoch fühle ich mich trotzdem nach wie vor zwischen den Welten. Viele junge Menschen in meinem Alter, ob nun Ost oder West, Nord oder Süd, fühlen ähnlich. Das Phänomen dabei: Manchmal machen drei vier Jahre Altersunterschied nach unten oder oben schon eine ganze Menge aus, was die Einstellung zu diesem- unseren- Land betrifft. Das klingt unglaublich, aber testen Sie es doch selber mal aus. Fragen Sie doch jeden, den Sie kennen, in diesem Alter, wie er fühlt! Ost oder West?? Hää?

Wer heute im Alter von (ca.) 30-34 Jahren ist, kennt die Begriffe Ossi und Wessi nicht. Wir sind Wossis und wir haben keine Berührungsängste. Wir haben uns mit 10- 14 Jahren kennengelernt, wenn wir auf Klassenfahrt waren. Wir haben die Leserbriefe in der Bravo gelesen und kennen Biene Maja genauso wie Pittiplatsch. Während unsere Eltern damit beschäftigt waren, die Wende zu verdauen, haben wir uns klammheimlich angenähert, diskutiert, uns ein bisschen verliebt und uns interessiert für die anderen.

Wir sind diejenigen, die sich heute aus Ost-West-Diskussionen heraushalten, weil wir es gähnend langweilig und stupide finden. Deshalb sind wir auch alle diejenigen, die am liebsten gleich in der Schweiz, in Österreich oder  in Spanien  Zuflucht gesucht haben. Wir sind die, die keine Kinder bekommen. Es geht gar nicht darum, ob studiert oder nicht, unsere Zwischengeneration hat ein so tolerantes, weltoffenes Wertesystem, dass wir Angst haben, unsere Kinder nach stupiden Ost- oder Westrichtlinien zu erziehen. Wir sind diejenigen, die als erste in die alten Bundesländer sind, um eine Ausbildung zu machen oder zu studieren und von dort die große Liebe mit nach Hause zu bringen, und wir sind auch diejenigen, die dann oft im Westteil blieben, mit ostdeutschen oder westdeutschen Partnern und Freundeskreisen.

Während wir so aufwuchsen, dass eine komplette Umwälzung eines Landes selbst die Orientierung unserer erwachsenen Eltern lahmlegt und wir oft heimlich, aber dennoch neugierig über Ernst Thälmann, Hitler, den HO, die Frösi, Burratino, Biene Maja, die Bravo, Jungpioniere, Demokratie, das Berchtesgadener Land und alle Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen uns diskutierten, uns mit uns auseinandersetzen, Briefe schrieben, uns gegenseitig besuchten, nach außen die Meinung der Eltern vertraten und irgendwann eine ganz eigene zu uns und unserem Land fanden, sind die jüngeren Erwachsenen zwischen 20 und 29 überraschend patriotisch. Regionalpatriotisch.

Da gibt es in meinvz wieder Gruppen wie „mein Heimatland gibt es nicht mehr“ oder „ Soll die Mauer wieder aufgebaut werden“? und der allgemeine Ost-West-Wahn ist trotz offensichtlichem Nord-Süd-Gefälle in den Köpfen wieder ausgebrochen. Da gibt es Jugendliche, die sich als Ossis sehen, aber nicht mal den Pioniergruß kennen und gar nicht wissen, was ein Fahnenappell ist. Das gibt es Jugendliche, die sich als Wessis sehen und denken, Erfurt ist die Landeshauptstadt von Sachsen.

Wozu haben wir das Ganze eigentlich ertragen, vor dem Fernseher zu sitzen und die riesigen Menschenmengen zu beobachten, die sich in die Züge quetschten, die vielen Tränen und Umarmungen zu sehen, und uns teilweise ohne das Wissen unserer aller Eltern miteinander zu befassen und zu beschäftigen? Schade, dass das niemanden in diesem Land interessiert. Ich hoffe, die Sichtweise bringt manche zum Nachdenken. Danke fürs Durchlesen.

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Der Robin Hood des Erzgebirges – Karl Stülpner

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Der Wilddieb Karl Stülpner wird oft als “Robin Hood des Erzgebirges” bezeichnet, denn es gibt eine Vielzahl von Erzählungen, in denen er den Unterdrückten half und bei seinen Streifzügen Gesetzesbrechern wie Räubern und Dieben das Handwerk legte.

 

Überlieferungen zufolge fand er in sächsischen und böhmischen Wäldern viele Anhänger unter der Bevölkerung.

 

Er hat viel von der Welt gesehen, von Ungarn bis Frankreich, von Berlin und Bayern bis in die Schweiz und Tirol, denn so eigenartig sein Leben war, geprägt von Flucht und Wanderschaft, so aufregend war es wahrscheinlich auch. Doch dazu nachher mehr.

Karl Stülpner kam eigentlich unter dem Namen Carl Heinrich Stilpner am 30.September 1762 als Sohn eines Müllergesellen in Scharfenstein bei Chemnitz auf die Welt.

 

Er wuchs unter den Ärmsten der Armen auf; überliefert ist, dass sein Vater 1769 des Diebstahls angeklagt war, weil er Leinöl gestohlen hatte und Leinöl verwendeten damals nur die ganz ganz armen Leute.

 

Man muss wissen, dass zu dieser Zeit im Erzgebirge eine fürchterliche Hungersnot ausgebrochen war und in jener schweren Zeit starb Karls Vater, so dass er sich an dessen Stelle um die Familie kümmern musste.

 

10-jährig, klaute er mit seiner Mutter und seinem Schwager Getreide, damit die Familie nicht elende verhungerte.

1772 hielt er sich beim Förster Müller in Ehrenfriedersdorf auf, der ihm die waidmännischen Grundlagen beibrachte und jagte anschließend in den Wäldern um Marienberg, um den Hunger zu stillen. Das war jedoch strengstens verboten und wurde hart bestraft. In dieser Zeit wurde der Karl jedoch nie beim Wildern erwischt, wenn man den Überlieferungen glaubt.

 

1778 trat er freiwillig in den Kriegsdienst ein, als Landsknecht nahm er am bayrischen Erbfolgekrieg teil und bekam während dieser Zeit die Erlaubnis, in den Pachtwäldern der Truppeneinheit auf die Jagd zu gehen und das Regiment zu versorgen.

 

Doch er hielt sich nicht an die Jagdgrenzen und wilderte auch in anderen Jagdgebieten, was ihm 1784 eine Versetzung nach Zschopau bescherte.

 

Dort wurde er wieder erwischt, wie er ohne Berechtigung Wild schoß – dieses Mal von einem Forstbediensteten namens Ziegler ,den er daraufhin jedoch kräftig verprügelte.

Ziegler zeigte Karl dann wegen Körperverletzung an ( allerdings nicht wegen des Wilderns) und

zur Bestrafung musste Karl zur Regimentschaft nach Chemnitz. Dort flüchtet er während einem Marsches in die böhmischen Berge. Es wird angenommen, dass er Sympathisanten unter den Soldaten hatte, die ihm bei der Flucht halfen.Immerhin war er als Jagdschütze nicht gerade unbeliebt gewesen.

 

So begab sich unser Robin Hood des Erzgebirges auf lange Wanderschaft: Über Böhmen, Ungarn, Österreich, Schweiz, Baden und Hessen gelangte er schlussendlich nach Hannover, wo er Dragoner wurde, dann jedoch wieder einmal flüchtete.

 

Während dieser Flucht verkaufte er seine einzige Habe: ein Pferd und seine Ausrüstung und kehrte in seine Heimat, das Erzgebirge, zurück, wo er Anführer einer Gruppe von Wildschützen wurde und mit ihr durch die großen Reviere des sächsischen und böhmischen Erzgebirges streifte.

 

Man erzählte sich, wie er gegen Diebe und Räuber einschritt, anmaßende Forstbeamte bestrafte und den Unterdrückten und Hilfesuchenden zur Seite stand. Natürlich wurde er abermals beim Wildern erwischt wird und musste wieder einmal fliehen, dieses Mal nach Bayern.

 

Doch bei dieser Flucht wurde er von preußischen Werbern aufgegriffen und ins Regiment „Prinz Heinrich“ aus Spandau gebracht. Auf Seiten Preußens kämpfte er dann im sogenannten Ersten Koalitionskrieg, wurde aber nach einer schweren Verwundung abermals abtrünnig und floh in seine Heimat- das Erzgebirge.

 

In Scharffenstein führte er dann in den folgenden Jahren wieder ein Leben als Wildschütz.

Das Vorgehen gegen die Feinde des Volkes machte ihn zum Volkshelden – zog aber andererseits wieder eine Verfolgungsjagd nach sich. Nur durch den Beistand seiner zahlreichen Anhänger war eine solch langwährende und erfolgreiche Jagd ohne Berechtigung möglich.


In dieser Zeit, nämlich am 12./13. Oktober 1795 fand eine brutale Hausdurchsuchung bei seiner Mutter statt, um Karl festzunehmen. Dabei wurde seine Mutter, nun schon 77 Jahre alt, schwer misshandelt, weshalb Karl alleine die Burg Scharfenstein belagerte und die Soldaten, Forstbeamten und Gerichtsdiener, die zusammengezogen wurden, um ihn zu ergreifen, festhielt.
Am 16. Dezember 1795 wurde Stülpner letztendlich als vogelfrei erklärt und ein Kopfgeld von 50 Talern auf ihn ausgesetzt. Das brachte jedoch nicht viel, denn es verriet ihn niemand.

 

Karl genoss hohes Ansehen bei der einfachen Bevölkerung. Er versorgte die armen Menschen mit Wild oder half den Bauern, dass Wild von deren Feldern zu vertreiben. Denn es zerstörte ihnen Feld und Ernte und es zu bejagen war verboten. Karl Stülpner kümmerte das wenig und die Bauern dankten es ihm- mit Kost und Logie, oder einem Versteck vor den Suchtrupps, die man jedes Mal losschickte, wenn Stülpner gesichtet wurde.


Irgendwann in seinen wilden Jahren lernte er Johanne Christian Wolf, die Tochter des Scharfensteiner Ortsrichters, kennen, sie war 15 Jahre jünger als er und konnte sich lange Zeit nicht zu ihm bekennen.

Als sie sich dann nach 3 unehelichen Kindern (von denen 2 vor bzw. kurz nach der Geburt starben) doch öffentlich zu einer Beziehung mit ihm bekannte, schloß sie die Mutter kurz vor ihrem Tod aus dem Testament aus.

Stülpner sah ein, dass er endlich Geld verdienen und sich um seine Familie kümmern muss. Wahrscheinlich nur deshalb bat er um Straferlass und kehrte, als ihm diese gewährt wurde, im Jahre 1800 zu seinem Regiment nach Chemnitz zurück.

 

1806 nahm Stülpner an der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt als Scharfschütze teil, wurde aber auf dem Heimweg ins Erzgebirge gefangen genommen. Zusammen mit einer Handvoll Kameraden gelang ihm dennoch die Flucht zurück in die Heimat, bevor er 1807 zusammen mit Johanne Christiane nach Böhmen floh. Dort betrieb er dann ein kleines Gasthaus.

 

1813, nach der Völkerschlacht bei Leipzig, gab es in Sachsen Generalpardon, sodass Karl Stülpner nicht mehr als Deserteur angesehen wurde. So konnte er mit seiner Familie nach Scharfenstein zurückkehren, wo er plündernden Soldaten, die das Erzgebirge noch unsicher machten, Einhalt gebot und so wiederum als Volksheld galt.


Um 1819/20 kehrte Stülpner dann mit Johanne Christiane doch nach Böhmen zurück, wo sie noch im selben Jahr starb. Drei Jahre später heiratete er erneut. Er war mittlerweile 61, die neue Frau 31 Jahre alt.

Schon 1828 verließ er sie wieder und kehrte, am grauen Star erkrankt, in seine Heimat zurück. Er zog ganz verarmt, fast blind und halb lahm durchs Erzgebirge und gab seine Streiche und Abenteuer zum Besten. Dafür bekam er hier und da eine Mahlzeit, ein paar Almosen oder ein Nachtlager geschenkt.

 

Einen Beruf hatte er ja nie erlernt und einer geregelten Arbeit ist er auch so gut wie nie nachgegangen. Man kann sogar davon ausgehen, das er Analphabet war, denn es existieren noch Urkunden, in denen er mit drei Kreuzen unterschrieben hat.


1831 nahm sich jemand seiner an und erstattete ihm das Geld für eine Augenoperation, die in Mittweida durchgeführt wurde.Doch die Sehkraft konnte nur auf einem Auge wiederhergestellt werden.


Irgendwann traf der Karl dann auf Carl Heinrich Wilhelm Schönberg, dem er aus seinem Leben erzählte und der eine Biografie über Stülpner verfasste.

Es ist zwar nicht die erste, aber die einzige an der Karl Stülpner selbst mitarbeitet hatte und an deren Einnahmen er beteiligt war.

Diese erschien im Jahre 1835 und Karl fuhr mit seinen 72 Jahren, mit einem Sack voll Bücher nach Leipzig. um sie dort, hausierend, zu verkaufen.

 

Er hätte sich somit noch einen schönen Zuverdienst sichern können. Allerdings kam es anders: Seine Bücher wurden als aufrührerisch und staatsgefährdend eingestuft, konfisziert und verboten. Karl wurde verhaftet und nach Scharfenstein abgeschoben, wo er seine Zeit wieder damit verbrachte, von Ortschaft zu Ortschaft zu ziehen, seine Geschichten zu erzählen und vom Mitleid der Leute zu leben.

Im Jahre 1839 wurde der Robin Hood des Erzgebirges völlig entkräftet auf einer Landstraße aufgefunden und zurück ins heimatliche Scharfenstein gebracht. Dort beschäftigte sich der gerade neu eingesetzte Gemeinderat in seiner ersten Sitzung am 7. Oktober 1839 einzig und allein mit der Versorgung und Unterbringung Karl Stülpners. Man beschloss, ihn im Haus einer Witwe unterzubringen, die dafür wöchentlich 8 Groschen bekam.

Karl erhielt wöchentlich 6 Groschen aus der Armenkasse. Doch schon am 20. Oktober tagte der Rat erneut. Die Witwe weigerte sich, den Karl Stülpner weiter bei sich zu behalten und so wurde beschlossen, dass er alle acht Tage von Haus zu Haus geschickt wird und ihn die Leute für acht Tage bei sich aufnehmen müssen. Nach einem halben Jahr rappelte sich Karl aber noch mal auf

Er zog wiederum fast ein Jahr lang im Erzgebirge umher und gab seine Abenteuer zum Besten, bevor er abermals krank nach Scharfenstein gebracht wird.

Hier starb er dann am 24. September 1841, eine Woche vor seinem 79. Geburtstag, an Entkräftung.

Karl Stülpners Grab in Großolbersdorf ist bis heute zu besichtigen und es liegen stets frische Blumen vor Ort – so wie es sich für einen Volkshelden aus dem Erzgebirge gehört.

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