So ist das manchmal im Leben… Da hatte ich mir nun vorgenommen, regelmäßig für Lesestoff in meinem Blog zu sorgen und dann ist es einfach passiert: Ich lag zwei Wochen mit extremen Darmkoliken im Bett und konnte fast gar nichts mehr tun, außer auf Toilette rennen.
Die Bauchkrämpfe kamen in ziemlich pünktlichen Intervallen von 15 Sekunden höllisch schmerzhaften Verkrampfungen des Darms und ca. 40 Sekunden Ruhe dazwischen. Es wurde und wurde nicht besser, die Durchfälle waren mittlerweile bei einer Frequenz von 10 – 15 pro Tag – mal wieder – und ich musste brechen.
Zuerst nahm ich einen Noro-Virus an und versuchte die Ruhe zu bewahren. Zwieback und Fencheltee waren so ziemlich das Einzige, was überhaupt drin blieb – bis ich auch darauf wirklich keinen Hunger mehr hatte. Nach einer Woche in diesem Zustand ging ich dann doch zum Hausarzt, weil mittlerweile mein Bauch ganz extrem angeschwollen war, es rumorte und plätscherte darin wie tausend Wasserfälle, aber die ganze Luft entwich einfach nicht – es war, als hinge alles oberhalb des Bauchnabels irgendwie fest und es tat einfach nur extrem weh.
Der Arzt tastete den Bauch ab und beruhigte mich, dass es wohl wirklich ein Magen-Darm-Keim ist, da er die vorangegangene Woche schon 100 Meldefälle hatte, denn Durchfallerkrankungen müssen an das Gesundheitsamt gemeldet werden.
Aber ich machte mir dennoch Sorgen, dass es sich vielleicht um eine Stenose handeln könnte, die keine Nahrung mehr durchlässt. Seit dem 11. Dezember war ich schließlich außer Gefecht gesetzt und mein Freund kümmerte sich um unser kleines Mäuschen.
Makaber, dass der erste „Zwei-Wörter- Satz“ unser 19 Monate alten Tochter dieser war: „Mama-heia“.
Ja Mama lag im abgedunkelten Schlafzimmer, da ich auch noch Migräne-Anfälle dazubekam… und da wir nicht wussten, was ich wirklich habe, sollte meine Tochter möglichst nicht ins Schlafzimmer kommen, einer mit Magen-Darm-Grippe in der Familie reicht.
Vor meinem Morbus Crohn habe ich wirklich großen Respekt, denn die Krankheit ist tückisch und unberechenbar, beim letzten Mal mit solchen Bauchschmerzen hatte ich fünf Löcher im Darm, und das Ganze endete mit einer Not- Operation und der Anlage eines Anus praeter.
Mein Hausarzt gab mir den weisen Rat, mich bei stärkeren Schmerzen ins Krankenhaus zu begeben und was soll ich sagen, am 27. Dezember tat ich genau das, weil ich vor Schmerzen nicht mehr laufen konnte, mir kotzübel war, der Bauch so aufgebläht war wie im achten Monat schwanger, der Durchfall nicht mehr aufzuhalten war und ich wirklich nur noch ein starkes Schmerzmittel haben wollte.
Wir fuhren dann abends um elf in die Notaufnahme ins Freiberger Krankenhaus und ich muss sagen, es war schon Panik da, als der Notarzt von einer Operation ausging. Später zerschlug sich durch den Oberarzt und den Gastroenterologen Gott sei Dank diese Idee.
Durch mehrere Röntgenbilder und den Ultraschall bestätigte sich, dass ich tatsächlich eine entzündliche Stenose – also eine Darmverengung- hatte, so wie es mir schon mein Gefühl sagte. Ich wurde auf 250 mg Prednisolon gesetzt für drei Tage – ein Hammer-Zeug, was aber sofort half. Der CRP war zu dieser Zeit auf 160, ging jedoch innerhalb kürzester Zeit auf 43 runter und die Entzündung im Darm schwoll ab. Hallo Morbus Crohn- wolltest du mich mal wieder ärgern? 
Nach den drei Tagen bekam ich angepasst an das Körpergewicht 90 mg Prednisolon, welches ich nun langsam ausschleichen muss, je 20 mg pro Woche weniger.
Anfang März werde ich dann gespiegelt und dann schauen wir mal, wie es in meinem Darm so aussieht. Fest steht, dass ich eine durchgängige Stenose im Dickdarm habe und wahrscheinlich auch Verengungen im Dünndarm, was diese sogenannte Passagestörung hervorrief, sprich also die Nahrung wird nicht mehr weitertransportiert und staut sich vor oder in der Darmverengung. Bei mir war das Ganze kurz vor dem Darmverschluss.
Tolle Festtage!
Das zweite Mal in meinem Leben habe ich nun Silvester im Krankenhaus verbracht, während mein Schatz recht verlassen zuhause vor dem Fernseher saß, aber wir haben es überstanden und nächstes Jahr rutschen wir hoffentlich schwungvoller ins Neue Jahr!
So wünsche ich meinen Stammlesern jetzt noch alles Gute für 2012, denkt dran, die Welt geht nicht gleich unter, auch wenn das die Maya behaupten… jeden Tag geht die Sonne auf – und wenn „nur“ im Herzen. Lasst euch nicht unterkriegen!
Das ist eine Vorschau des Artikels
Fröhliche Feiertage: Magen-Darm-Keim löst Morbus-Crohn-Schub aus
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